Bei einem meiner zahlreichen Versuche Neagtive sinnvoll zu archivieren, ist mir etwas passiert/gelungen, was mir einen änlichen Andrenalinstoß verpasst hat, wie… naja,

Archiv für Februar 2008
Experimente
Spannende Blogparade, bin auf die Ergebnisse gespannt:
Hier die Fragen:
- Wo siehst Du die Grenze für Reportage-Fotografen, z.B. bei Kriegsberichterstattung?
Alles was geschieht, darf auch abgelichtet werden, besonders Kriegbilder. Sind sind retrospektive wichtige „Zeugen“. Die Bilder der Konzentrationslager des dritten Reiches halte für z.Bsp. für unverzichtbar in der Vergangenheitsbewäligung/Diskussion
2. Wo ziehst Du die Grenze für Dich selbst (würdest Du z.B. einen Verkehrsunfall mit Verletzten und evtl. sogar Toten
fotografieren)?
Die Grenze der Pietät zu übertreten erlauben nur , was auch eine dokumentarische Bedeutung hat. Verkehrsunfall fällt also aus
3. Wie stehst Du zur Auszeichnung von Fotos, z.B. mit dem World Press Photo Award, die das Leid anderer Abbilden und davon “profitieren”?
Ich halte Anerkennung für ein genau so wichtiges „Brot“ wie Geld. Außerdem bekommen die Bilder so mehr Aufmerkamkeit als ohne Wettbewerbe/Auszeichnung
4. Denkst Du, dass man mit der Fotografie tatsächlich etwas bewegen, also z.B. die Welt aufrütteln kann und rechtfertigt das dann die Fotografie “um jeden Preis”?
Ja, wenn Bilder glaubwürdig sind, können sie das auf jeden Fall, ein paar Beispiele habe ich angefügt. Aber durch die
Manipulationsmöglichkeiten der (digitalen) Photographie verlieren Bilder an ihrer Stärke. Sie sind immer mit dem Zweifel an der
WIRKLICHKEIT behaftet.
hier ist klar, wie gestellt das Bild ist, aber die Bildstory ist „bewegend“
und auch dieses überstrapazierte Motiv hat eine „bewegende“ Rolle in der Anti-Vietnam – BEWEGUNG gespielt
6. Wahrst Du selbst schon mal in der Situation, in der Du
überlegt hast, ob Du eine bestimmte Situation ablichten
sollst/kannst/darfst oder nicht? Wie hast Du Dich entschieden und warum?
Nein, zum Glück…
Der kleine, aber Unterschied
Ich werde immer glücklicher, der Presse sei Dank. Im economist findest sich folgende Grafik:
Nun, ich bin 1987 in der DDR geboren. Heute nimmt man diese drei Buchstaben aber nur noch als Ex-DDR in den Mund, oder man spricht von Ostdeutschland, oder politisch korekt von den neuen Bundesländern.
1990 waren wir dann alle EIN VOLK und, weil keiner mehr die DDR wollte, waren wie dann alle die Bundesrepublik Deutschland. Jetzt studiere ich in Österreich, bin also laut der Grafik und der dahinter stehenden Studie immer glücklicher geworden.
Das die Presse meine Ex-Heimat jetzt wieder auf die Stufe eines eigenständiges Landes hebt, ist natürlich beachtlich, einige würden sich freuen, ich frage mich, warum Deutschland wiedervereinigt wurde, um jetzt bei allen möglichen Anlässen verschieden behandelt zu werden.
Andere würden sich freuen wenn ihre Separatistenbewegungen so viel Erfolg hätten. Die ETA, die IRA, naja zumindest dem Kosovo darf man zur Unabhänigkeit gratulieren .
Gespannt bin ich jetzt auf die nächste Studie, wie die Leute im Sudetenland drauf sind, und die Ostpreußen, vielleicht sollte man auch Gallien noch einmal überprüfen?
Das hat mich alles ein wenig an den zwar wohlklingenden, aber ….naja , Spruch, meiner alten Schule erinnert:
„Ältestes bewahrt mit Treue, freundlich aufgefasst das Neue. „
(Leider habe ich die löbliche Intention der Lehrer nie erfahren dürfen)
… und wenn wir hinten sind ist hinten vorn. Ich habe nichts dagegen Traditionen zu bewahren, halte mich selbst auch für eher konservativ (deshalb, lieber Presse als Standard), aber ich bin entschieden gegen ewig-gestrige Geschichtsverklärung.
Und „freundlich aufgefasst das Neue“ klingt mir doch sehr nach Goldmarie, die ihr Kleidchen aufhält um sich von Frau Holle mit Geld überhäufen zu lassen.
Ich nehme lieber mit was ich nicht zurück lassen kann und sehe zu, so viel Neues wie möglich auf die Beine zu stellen.
Es klingt nicht so schön macht mich aber glücklicher, und senkt meinen Blutdruck.
Ach, nein, das liegt ja daran dass ich von Ossi zum Ösi geworden bin.
Würde
Es war nach dem Titel natürlich die größte Frage, mit welchem Thema ich diesen Blog würdevoll beginnen kann. Im Fernsehen kam gestern leider gutes Programm (Ruby und Quentin und dann die Falco Dokumentation die auch beim 5ten Mal noch interessant ist) und über gutes Programm schreiben ist … nun ja
Also über die Würde: die Würde des Menschen ist unantastbar. Das klingt so wunderbar pathetisch wie der ursprünglich geplante Titel dieses Blogs (Zeichen der Zeit – leider schon vergeben), aber nachdem ich heute wieder das Vergnügen hatte mit von einem 50jährigen Kettenraucher anhören zu dürfen wie schrecklich doch diese Feinstaubbelastung ist, bin ich schon wieder etwas skeptisch wenn es um Würde geht.
Der erste Feind der Menschlichen Würde ist er selber. Jeder hat sich noch freiwillig in einen Sarg mit Ratten gelegt, hat sich freiwillig photographieren lassen in jeder noch so würdelosen Position, nur die Toten haben ihre Würde: sie schweigen, machen keinen Dreck und räumen nach 30 Jahren, wenn der nächste den Platz braucht, widerspruchslos ihr Grab. Sie haben ihre Würde und die sollte man ihnen auch nicht nehmen. Maybe, die Würde der Toten ist unantastbar – die Lebenden sollten sich erst einmal eine Würde zulegen.
Aber zum Glück gibt es auch einige Menschen die Lebend genug Würde besitzen, oder Stolz ganz egal wie wir es nennen. Aber es gibt doch nichts würdevolleres als geduldig an einer roten Ampel zu warten und nicht auf diese Geräte für die Blinden zu drücken – einfach warten bis alle Autos ohne Anzuhalten vorbei gefahren sind, das schont die Umwelt mehr als ständiges Bremsen und Beschleunigen – und dann im würdevollen Schritt über die Straße schreiten… Meine Hochachtung.
Ich selbst hasse rote Ampeln und genieße es, dass mich die Autofahrer im geliebten Graz voller Rücksicht behandeln, wenn ich die Straße trotz Verkehrsregeln zum shared place erkläre.
So der erste Blog ist vielleicht nicht besonders würdevoll geworden, aber es hat mir zumindest Spaß gemacht, in Zukunft wird etwas mehr verlinkt und vielleicht auch etwas mehr Rücksicht auf potenzielle Leser genommen, aber im Moment bin ich mein eigener Rezipient…

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