Ich werde immer glücklicher, der Presse sei Dank. Im economist findest sich folgende Grafik:
hier der dazu gehörige text
Nun, ich bin 1987 in der DDR geboren. Heute nimmt man diese drei Buchstaben aber nur noch als Ex-DDR in den Mund, oder man spricht von Ostdeutschland, oder politisch korekt von den neuen Bundesländern.
1990 waren wir dann alle EIN VOLK und, weil keiner mehr die DDR wollte, waren wie dann alle die Bundesrepublik Deutschland. Jetzt studiere ich in Österreich, bin also laut der Grafik und der dahinter stehenden Studie immer glücklicher geworden.
Das die Presse meine Ex-Heimat jetzt wieder auf die Stufe eines eigenständiges Landes hebt ist natürlich beachtlich, einige würden sich freuen, andere (ich) frage mich, warum Deutschland wiedervereinigt wurde um jetzt bei allen möglichen Anlässen verschieden behandlt zu werden.
Andere würden sich freuen wenn ihre Separatistenbewegungen so viel Erfolg hätten. Die ETA, die IRA, naja zumindest dem Kosovo darf man zur Unabhänigkeit gratulieren .
Gespannt bin ich jetzt auf die nächste Studie, wie die Leute im Sudetenland drauf sind, und die Ostpreußen, vielleicht sollte man auch Gallien noch einmal überprüfen?
Das hat mich alles ein wenig an den zwar wohlklingenden, aber ….naja , Spruch, meiner alten Schule erinnert:
“Ältestes bewahrt mit Treue, freundlich aufgefasst das Neue. “
(Leider habe ich die löbliche Intention der Lehrer nie erfahren dürfen)
… und wenn wir hinten sind ist hinten vorn. Ich habe nichts dagegen Traditionen zu bewahren, halte mich selbst auch für eher konservativ (deshalb, lieber Presse als Standard), aber ich bin entschieden gegen ewig-gestrige Geschichtsverklärung.
Und “freundlich aufgefasst das Neue” klingt mir doch sehr nach Goldmarie, die ihr Kleidchen aufhält um sich von Frau Holle mit Geld überhäufen zu lassen.
Ich nehme lieber mit was ich nicht zurück lassen kann und sehe zu, so viel Neues wie möglich auf die Beine zu stellen.
Es klingt nicht so schön macht mich aber glücklicher, und senkt meinen Blutdruck.
Ach, nein, das liegt ja daran dass ich von Ossi zum Ösi geworden bin.