Archiv für April 2008

30
Apr
08

Präsidentenraten

Also krativauftrag an alle Blogleser. Who is Who. Als kleine hilfe eine – Übersicht der Kandidaten:

Heinz Fischer – Österreich war der erste als Gastgeber. Das erleichtert den Einstieg. Sonst zu finden sind:

Lazlo Solyom – Ungarn

Giorgio Napolitano – Italien

Valdis Zatlers – Lettland

Horst Köhler Deutschland

Lech Kaczynski – Polen

Tarja Halonen – Finnland

Aníbal Cavaco Silva

und jetzt Film ab

zwei

drei

vier

da kommen die ersten Schwierigkeiten. Hinter den dunklen Beinen ganz rechts versteckt sich eine berockte Dolmetscherin und dann fehlt noch das Bild mit fünf Füßen – ich war wohl verwirrt – oder damit beschäftigt, meinen Film zu wechseln. Also weiter mit sechs:

sechs

sieben

acht

Darauf hatten alle gewartet kurzes Lächeln für die Kamera und ab…

Jenen, den es gelingt die füße zuzuordnen, winkt Ruhm und ewiger Verbleib im Olymp der unvergesslichkeit. Die Antworten einfach als Kommentar, Auflösung folgt, oder folgt nicht.

Vom Wettbewerb ausgeschlossen ist der Schneeengel

update:

nachdem der mRqs vom raten zum recherchieren gewechselt (sehr gut) ist hier die Auflösung

AuflösungIch verneige mich

29
Apr
08

Aufregung – keine Aufregung

Schneeengel freut sich übers herzNein es geht nicht um Amstetten, bin mit dem Schneeengel im Pressezentrum für das Treffen der Staatsoberhäupter in Graz angekommen. Zur Akkreditierung gab es ein Lebkuchenherz, sonst ist hier noch nciht wirklich was los. Alles gelassen nur ich bin ein bißchen hibbelig, vielleicht auch wegen meiner Komplexe, weil ich die kleinste Kamera hab (Pentax L2- wenn’s gute Bilder werden, bald hier).

Er arbeitet nicht er freut sich über sein herz;-)

Es gibt ein kleines Buffet (noch, der Schneeengel ist gerade zum zweiten mal an der Versorgung;-), in der Ecke läuft CNN und außer uns ist nur noch ein weiteres Duo anwesend. Ab 15 Uhr geht dann der offizielle Teil los,

Erste Impressionen:mein Blog und der schneeengel

Mein Blog und der Schneeengel

Hm, die beiden schönsten Bilder werden irgendwie nicht angezeigt… Kommt aber noch

23
Apr
08

You tube und ich und Nirvana und …

Also jetzt hab ich auch noch einen Youtube account… kein Viedeo kann ich mehr sehen, ohne das es alle wissen. Aber ohne account kann ich leider keine Nachrichten an Videoproduzenten schicken und ich hoffe, dass der Produzent des Datenschutzfilmes über google (siehe letzter Beitrag) auf meine Anfrage reagiert und ich nicht bei null anfangen muss, noch dazu wo das ganze am Montag fertig sein soll.

Also und weil ich You Tube doch noch haupsächlich zur Musiksuche nutzte hier der Song des Tages, angelehnt an den Schneeengel:

Smells like teen spirit in allen Varianten:

Das Original:

Mein Liebling:

Der Stille

Der Lockere

Die Massen

Der/Die Strange

Die ulkigen:

Man kann mit einem Lied also eine ganze Menge anstellen, nicht immer zur Freude aller…

23
Apr
08

The good evil 3

Bei meiner morgentlichen Lektüre der Google Falle habt Gerald Reischl die Fragen von Gestern beantwortet:

Die semantische Suche wird es möglich machen, dass die Suchmaschiene individuell nach meinen Bedürfnissen arbeitet. Das heist am Ende: Je mehr Daten ich google über mich zur Verfügung stelle, desto besser sucht die Maschiene für mich. Welche Vor- und Nachteile das hat, liegt auf der Hand. Bei last.fm funktioniert das schon ziemlich gut, beschränkt auf die Musik. Aber dort hat eben jeder, der sich anmeldet auch zugestimmt, dass seine Hör-Daten gespeichert werden. Und, das halte ich für besonders wichtig, ich kann einzelne Stücke „Lieben“ und „Bannen“. Wenn google es also ermöglichen würde, das ich selbst als User die Semantik der Suche steuern kann, wäre der Vorwurf der Manipulation, wie Reischl ihn erhebt, vielleicht ausgeräumt…

Hier die Links zu Youtube, die Reischl anführt:

der Privacychannel

in der Tag-Wolke lassen sich auch kritische Beiträge finden.

22
Apr
08

The good evil 2 – Die Google Falle

Im Laufe des zweiten Kapitels beginnt Gerald Reischl auch auf die Dummheiten der User aufmerksam zu machen. Diese machen google erst so mächtig, weil sie ihre Daten ins Netz stellen. Richtig aber auch die Kritik daran, das ich von den Suchanfragen nahezu abhängig bin – natürlich ich kann Yahoo benutzen. Aber 72 % der I-netuser machen dies nicht.

Und wenn ich eine Suchanfrage starte, werde ich nicht gefragt, ob ich damit einverstanden bin, das diese und meine IP-Addresse gespeichert werden.

Genau so richtig die Kritik an der Page-Rank Methode und ihrer Manipulierbarkeit. Es gibt viele Möglichkeiten, seine Seite auf google nach oben zu bringen und als User habe ich keine Kontrolle über die Entstehung des Rankings.

Doch:

1. gibt es eine wünschenswerte Alternative? Ein zufälliges Ranking?

Und 2. Wie auf die unterschiedliche Intention der Sucher eingehen?

Wenn ich nach „Hitler“ suche, will ich evtl. seine Biografie, ein anderer sucht aber vielleicht nach ein paar gleichgesinnten, mit denen er Geschichtsverdreher spielen kann. Ganz oben landet Wikipedia – da wird sich der Nazi aber ärgern.

Würd gern mehr schreiben, aber diese Rechner in der Uni haben auch ein recht auf ihre tägliche Stunde Sturheit…

22
Apr
08

Adorno, warum einfach wenns auch schwierig geht

Kampf mit Theodor Wiesengrund

Weißer König und schwarzer Turm stehen sich gegenüber, mit grünem Filz an den Füßen und auf hellem, lackiertem Holz. Unbeweglich, trotz endloser Anzahl von Möglichkeiten; aber keiner weiß, wer am Zug ist.

Der schwarze Turm oder der weiße König:

Theodor W. Adorno.

Schwarz und Weiß treffen aufeinander, Turm und König stehen sich gegenüber und wissen nicht, ob der Andere zu schlagen ist. Wissen nicht, wie der Andere zu schlagen ist. Ein Schachspiel ohne Ende; kein Sieg, keine Niederlage, kein Remis vor Augen, verharren die Spieler im Denken:

Ist jener der Sieger, der mutig zuerst zieht, überzeugt ob seiner Stärke? Oder ist jener der Sieger, der ruhig darauf wartet, dass der Gegenüber seinen Zug tut und damit den Fehler begeht?

Ein unverständliches Spiel nach verständlichen Regeln – die Auseinandersetzung der Worte:

45. Wie scheint doch alles Werdende so krank.

Weiß denkt:

Das dialektische Denken widersetzt sich der Verdinglichung auch in dem Sinn, daß es sich weigert, ein Einzelnes je in seiner Vereinzelung und Abgetrenntheit zu bestätigen: es bestimmt gerade die Vereinzelung als Produkt des Allgemeinen

Schwarz denkt:

Es gibt nichts Einzelnes und nichts Ganzes.

Das Einzelne ist nur, weil es das Ganze gab. Das Ganze ist die Summe des Einzelnen. Keines von Beiden wäre ohne das Andere.

Der Sieg des Königs wäre nichts, ohne die Niederlage des Turms. Der Turm allein auf dem Schachbrett wäre nichts.

Schlägt der Eine den Anderen, und ist damit der Einzige, der Gewinner, so ist er doch nur einzeln, weil er aus dem Allgemeinen, dem Spiel der Figuren, als Sieger hervorgegangen ist. Der Glanz des Siegers ist das Produkt der Auseinandersetzung, ohne diese und ohne die Existenz des Verlierers, gäbe es keinen Sieger.

Weiß denkt:

So arbeitet es [das dialektische Denken] als Korrektiv gegen die manische Fixiertheit wie gegen den widerstandslosen und leeren Zug des paranoiden Geistes, der das absolute Urteil mit dem Preis der Erfahrung der Sache bezahlt.

Schwarz denkt:

Nur wenn wir kämpfen, wenn sich die Gedanken duellieren, können wir gewinnen. Das einfache Ausprobieren würde uns zwar eine Erfahrung lehren, niemals aber würden wir den Grund von Sieg oder Niederlage erfahren. Das einmalige Ergebnis des Versuchs würde zum Vorurteil gelangen, ohne, dass wir verstehen würden, warum es so gekommen ist.

Weiß denkt:

Aber darum ist Dialektik doch nicht, wozu sie in der englischen Hegelschule und dann vollends im angestrengten Pragmatismus Deweys wurde, sense of proportions, das Einstellen der Dinge in ihre rechte Perspektive, der einfache, aber hartnäckige gesunde Menschenverstand.

Schwarz denkt:

Wir denken nicht nur um der Erkenntnis willen, sondern wir denken um das Spiel zu gewinnen. Lohnt sich das Denken also für den, der verliert? Der weiße König sagt ja, Dewey sagt nein. Wir können das Denken und unseren Geist als Waffe im Kampf um den Sieg benutzen, oder wir können unser ganzes Dasein auf das Denken, auf den Konflikt, ausrichten. Bestimmen wir unsere Wesen durch den Sieg oder durch die Auseinandersetzung?

Weiß denkt:

Wenn Hegel im Gespräch mit Goethe solcher Auffassung selber nahezukommen schien, indem er seine Philosophie gegen den Goetheschen Platonismus damit verteidigte, daß sie »im Grunde nichts weiter« sei, »als der geregelte, methodische ausgebildete Widerspruchsgeist, der jedem Menschen innewohnt, und welche Gabe sich groß erweist in Unterscheidung des Wahren vom Falschen«, so enthält die hintersinnige Formulierung eulenspiegelhaft im Lobe des »jedem Menschen Innewohnenden« zugleich die Denunziation des common sense, zu dessen innerster Bestimmung es gemacht wird, gerade nicht vom common sense sich leiten zu lassen, sondern diesem zu widersprechen.

Schwarz denkt:

Michael Nyman ist großartig. Er lässt das Duell der Streicher und Bläser in einer alles erklärenden Harmonie gipfeln. In der Musik ist es egal, ob der Weg oder das Ziel von Bedeutung ist. Die repeat-Taste macht es möglich.

Der gesunde Menschenverstand lässt mich solang denken, bis ich den Schlüssel zum Sieg finde. Nun soll es aber die Bestimmung des gesunden Menschenverstandes sein, eben diesem »gesunden Menschenverstand« nicht zu folgen, sondern diesem zu widersprechen.

Der gesunde Menschenverstand, der ausgebildete Widerspruchsgeist, ist aber nicht zum Widerspruch verpflichtet: Er erweist sich als groß, in der Unterscheidung des Wahren vom Falschen. Ist diese Unterscheidung gemacht, gilt es, nur noch dem Falschen zu widersprechen.

Ziel ist es also nicht, den Spielsieg auszukämpfen, sondern zu wissen, wer der Sieger ist. Ziel ist nicht der Sieg, nicht die Auseinandersetzung; Ziel ist es DARÜBER zu wissen.

Weiß denkt:

Common sense, die Einschätzung der richtigen Verhältnisse, der am Markt geschulte, weltläufig geübte Blick, hat mit der Dialektik die Freiheit von Dogma, Beschränkung und Verranntheit gemein.

Schwarz denkt:

Ich muss ÜBER alles wissen, sowohl mit dem gesunden Menschenverstand, als auch mit der Dialektik. Ich muss mit ihnen wissen und über sie wissen.

Sowohl das logische, als auch das widersprüchliche Denken halten mich davon ab, den Zug zu ziehen, den ich schon immer gezogen habe. Der denkende Schachspieler, egal ob nach gesundem Menschenverstand oder nach der Dialektik, denkt über jeden Zug nach und ist damit erhaben über den Fehler des Dogma, der Beschränkung, der Verranntheit.

Weiß denkt:

Seine Nüchternheit gibt ein unabdingbares Moment von kritischem Denken ab ;-)

Schwarz denkt:

Weißer König und schwarzer Turm kämpfen gemeinsam gegen ihre eigene Überflüssigkeit, und doch kämpfen sie gegeneinander. König und Turm schlagen sich nicht und geben den Kampf nie auf. Weder der Sieg wird beschlossen, noch der Kampf abgebrochen. Das Ziel des dialektischen Denkens ist die Fortsetzung des Kampfes, das Unentschieden bleiben, ohne unentschieden zu sein.

Weiß denkt:

Aber der Verzicht auf verblendeten Eigensinn ist doch auch wiederum dessen geschworener Feind.

Schwarz verzweifelt:

Es ist doch nichts trivialer als die Einsicht in die eigene Unfehlbarkeit. Nur indem ich mich zum Mittelpunkt der Welt und allen Denkens mache, bin ich fähig zu denken. Nur der Totalitätsanspruch meines Denkens lässt überhaupt Dialektik zu. Alles andere, das bescheidene Denken, so gescheit es auch sein mag, muss doch daran scheitern, das es sich selbst relativiert. Wenn ich dialektisch denke, mit mir als Zentrum, brauche ich mich selbst nicht zu relativieren – das Gegenteil meiner Position ist bereits ein Teil dieser.

Weiß:

Die Allgemeinheit der Meinung, unmittelbar angenommen als eine in der Gesellschaft, wie sie ist, hat zum konkreten Inhalt notwenig das Einverständnis.

Schwarz denkt:

Wichtig in der Auseinandersetzung ist die Gleichheit der Waffen, die Einigung auf gleiche Regeln, gleiche Begriffe. Das Matt bedeutet genau so das Ende der Partei wie das Remis. Darüber sind wir uns einig, auch darüber, dass nur einer von beiden es herbeiführen kann. Nur, wie wir dazu kommen, was das Ende ist, bleibt Denken.

Weiß denkt:

Es ist kein Zufall, daß im neunzehnten Jahrhundert gerade der abgestandene und durch die Aufklärung mit schlechtem Gewissen versetzte Dogmatismus auf den gesunden Menschenverstand sich berief, so daß ein Erzpositivist wie Mill gezwungen war, gegen diesen zu polemisieren.

Schwarz:

Ökonomisch betrachtet wäre als also sinnvoll, sich auf einen gesunden Menschenverstand zu besinnen, denn dieser ist zumindest dem Dogmatismus überlegen. Dieser sagt, meine Chancen zu siegen liegen bei 50 Prozent.

Weiß denkt:

Der sense of proportions vollends bezieht sich darauf, daß man in den Maßverhältnissen und Größenordnungen des Lebens denken soll, die feststehen.

Schwarz denkt:

„Verfolge einen Gedanken sieben Sätze lang. Wenn das gelingt, läßt er sich weiter verfolgen.“ 1

Weiß denkt:

Man muß nur einmal einen hartgesottenen Repräsentanten einer herrschenden Clique haben sagen hören: »Das ist nicht so wichtig«, muß nur beobachten, wann die Bürger von Übertreibung, Hysterie, Narretei reden, um zu wissen, daß es gerade an der Stelle, an der die Berufung auf Vernunft am promptesten eintritt, unweigerlich um die Apologie der Vernunft geht.

Schwarz denkt:

Wenn es die Vernunft also schon nötig hat, dass sie verteidigt werden muss, dann ist es um sie geschehen. Wenn es also schon darum geht, wer gewinnt, haben wir beide verloren. Das ist die Logik…, so macht denken Spaß.

Weiß denkt:

Den gesunden Widerspruchsgeist hat Hegel mit der Dickköpfigkeit des Bauern hervorgehoben, der jahrhundertelang lernte, Jagd und Zins der mächtigen Feudalherren zu überstehen.

Schwarz lacht:

Nun, die Bauern sind alle tot. Nur noch König und Turm auf dem Feld. Die Dickköpfigkeit ist also nicht der Garant des Sieges, ihre Niederlage aber noch lange nicht die Verurteilung des grundsätzlichen Widerspruchs.

Weiß denkt:

Das Anliegen der Dialektik ist es, den gesunden Ansichten, die später Gewalthaber von der Unabhängigkeit des Weltlaufs hegen, ein Schnippchen zu schlagen und in ihren »proportions« das treue und reduzierte Spiegelbild der unmäßig vergrößerten Mißverhältnisse zu entziffern.

Schwarz denkt:

Die Aufgabe und der Sinn des dialektischen Denkens besteht also darin, auch den logischen Sieg als Niederlage anzunehmen und zu bedenken. Gleiches gilt umgekehrt: eine notwendig erscheinende Niederlage muss auch so überdacht werden, als wäre sie ein Sieg.

Weiß denkt:

Die dialektische Vernunft ist gegen die herrschende die Unvernunft: erst indem sie jene überführt und aufhebt, wird sie selber vernünftig.

Schwarz denkt:

Nur so – im unvernünftigen Denken – kann ich vernünftig sein.

Weiß denkt:

Wie verrannt und talmudistisch war schon, mitten in der funktionierenden Tauschwirtschaft, die Insistenz auf den Unterschied der vom Arbeiter verausgabten Arbeitszeit und der zur Reproduktion seines Lebens notwendigen.

Schwarz denkt:

Es gibt keinen Vergleich, der das Denken darstellen kann. Kein Schachbrett, keine Arbeiter.

Weiß denkt:

Wie hat nicht Nietzsche alle Pferde am Schwanz aufgezäumt, auf denen er seine Attacken ritt, wie haben nicht Karl Kraus, Kafka, selbst Proust, jeder auf seine Weise das Bild der Welt befangen verfälscht, um Falschheit und Befangenheit abzuschütteln.

Schwarz denkt:

Bin ich dann endlich durch mein dialektisches Denken zu einem Schluss gekommen, und das ist schließlich doch Ziel allen Denkens, scheint es nötig dieses Denken nicht zu vermitteln, sondern die Konsequenz dieses Denk-Schlusses in einer nicht dialektischen Form zu transportieren.

Um bei hinkenden Vergleichen zu bleiben: Der Boxer lässt sich nur mit einem Faustschlag besiegen, der schwarze Turm wird sich nie vom dialektischen Gedanken seines Gegners matt setzen lassen. Es brauch immer der logisch scheinenden Handlung.

Weiß denkt:

Vor den Begriffen des Gesunden und Kranken, ja den mit ihnen verschwisterten des Vernünftigen und Unvernünftigen selber vermag Dialektik nicht halt zu machen.

Schwarz denkt:

Die Dialektik muss, kann und ist in letzter Form auch in der Lage sich selbst zu überdenken.

Weiß denkt:

Hat sie einmal das herrschende Allgemeine und seine Proportionen als krank – und im wörtlichsten Sinn, gezeichnet mit der Paranoia, der »pathischen Projektion« – erkannt, so wird ihr zur Zelle der Genesung einzig, was nach Maß jener Ordnung selber als krank, abwegig, paranoid – ja als »verrückt« sich darstellt, und es gilt heute wie im Mittelalter, daß einzig die Narren der Herrschaft die Wahrheit sagen.

Schwarz denkt:

Ist ein dialektischer Gedanke zu seinem Schluss gekommen, so kann er nur durch die unbedingte Annahme seiner Falschheit umstoßen werden.

Ich werde den weißen König gewinnen lassen; das ist mein Schluss. Und ich werde erst in einiger Zeit zum nächsten Duell antreten, mit der unbedingten Annahme, ihn dann zu besiegen. Ich weiß nicht, ob ich ihn heute hätte schlagen können, wenn doch wäre es fatal, wenn nicht gar falsch gewesen. Die Konsequenz meiner Niederlage lässt mich auf größere Spiele hoffen, als die Selbstgefälligkeit eines Sieges.

Weiß denkt:

Unter diesem Aspekt wäre es die Pflicht des Dialektikers, solcher Wahrheit des Narren zum Bewußtsein ihrer eigenen Vernunft zu verhelfen, ohne welches sie freilich untergehen müßte im Abgrund jener Krankheit, welcher der gesunde Menschenverstand der anderen mitleidlos diktiert. – Matt

Nachträgliche Zueignung:

Es kann nicht das Ziel des Denkens sein, unverständlich zu bleiben, aber es kann auch nicht das Ziel sein, nicht zu verstehen:

Ist es also die Kunst des Siegers verständlich zu sein, oder ist es die Schuld des Verlierers nicht zu verstehen? Darüber gilt es zu denken.

Unwesentlich in jedem Fall, wie das Spielfeld des Denkens aussieht. Unwesentlich, wie die Spiele davor, die Spiele danach ausgehen. Unwesentlich, die Größe und Anzahl der Schachfelder, die Beschaffenheit der Figuren, die Dynamik der Züge all das ist banal im Angesicht ihrer Bedeutung, oder ihrer Nicht-Bedeutung.

Wie scheint doch alles Werdende so krank!
Ein Fieberhauch um einen Weiler kreist;
Doch aus Gezweigen winkt ein sanfter Geist
Und öffnet das Gemüte weit und bang.

Ein blühender Erguß verrinnt sehr sacht
Und Ungebornes pflegt der eignen Ruh.
Die Liebenden blühn ihren Sternen zu
Und süßer fließt ihr Odem durch die Nacht.

So schmerzlich gut und wahrhaft ist, was lebt;
Und leise rührt dich an ein alter Stein:
Wahrlich! Ich werde immer bei euch sein.
O Mund! der durch die Silberweide bebt. 2

1 Elias Canetti Aufzeichnungen

2 Georg Trakl

21
Apr
08

Google – the good evil 1

Seit heut habe ich „Die Google Falle„, aber Gerald Reischl enttäuscht mich schon auf den ersten Seiten mit reportagehaften Beschreibungen. Wie bei google gearbeitet wird, wie sie Chefs so drauf sind und welche Gefahr er dahinter sieht.

Ich hoffe es kommen noch ein paar Fakten die belegen, welche Macht google hat. Bis jetzt (Seite 20) ließt es sich eher wie die geschönten Tiraden eines von Minderwertigkeitskomplexen geplagten Österreichers, voller Neid auf die glücklichen und reichen Erfindern von Google. -by the way, nur durch google ist ein buch über Google überhaupt möglich und es zeugt doch von einer recht gesunden Selbsteinschätzung, das Reischl das zu Beginn seines Buches auch fest stellt.

Sorry…

Aber, aber ich fand schon den Artikel in der letzten P.M. recht undifferenziert, aber vielleicht ist Reischls Einseitigkeit nötig, um auf die nicht zu verleugnende Gefahr Googles aufmerksam zu machen. Ob sie zu einem objektiven Bild beitrögt, bezweifle ich, aber vielleicht wird es ja noch besser. Es sind ja noch 150 Seiten, werd auf jeden Fall weiter lesen, aber auch weiter googlen. Mehr dazu bald…

Muss wieder in die Vorlesung

21
Apr
08

Vienna Weekend

Endlich mal wieder aus Graz rauß gekommen: Am Freitag zur Young Lions Competition nach Wien gefahren und sogar im großen Wien kann man super mit dem Fahrrad fahren.

Wie gesagt, zusammen mit Thomas war ich „das ganze“ Wochenende damit beschäftigt einen Film zu drehen.

Klingt aufregen, ist es aber nicht:

Wir hatten ein tolles Nokia Handy, mit dem wir einen 30sek Spot für „Wieder Wohnen“(ein Projekt für Obdachlose) drehen sollten. Aber irgendwie liegt es mir nicht mit ernsten Themen Spaß zu haben.

Tolles Handy – noch toller im Vergleich zu meinem LG, das hat nach nicht einemal einem halben Jahr seinen Geist aufgegeben – keine Garantie auf Akku-Schäden. Kauft keine LG-Handys. Ich werd jetzt ein Jahr lang wieder mein uralt Nokia Handy nehmen, auch wenn das nichts kann außer telephonieren – aber dafür ist ein Handy ja da

Wien war super, das Wetter fantastisch und das Drehen war eine super Entschuldigung dafür, Wien zu genießen und die Aufgaben für die anstehende FH Woche zu ignorieren. 48 stunden ohne Handy und ohne irgendwelche Verpflichtungen – perfekt.

Ich sollte viel öfter 2 Stunden in der Sonne frühstücken…

15
Apr
08

exogen

I like this text and picture

Die steigende Fequenz

deiner Fragen

ändert nichts

an den Antworten.

found by exogen

02
Apr
08

Idee: