Frust:
Da wollte ich für meine all-dienstägliche Radiosendung ein paar Stimmen zum EU-Reformvertrag sammeln: zum einen vom gemeinen Volk und zum anderen von den noch viel gemeineren Politikern.
Beides nicht so einfach:
Auf dem grazer EUROPAplatz in Graz freuten sich viele Menschen mal in ein Mikro zu sprechen, als ich aber fragte, was sie den zum EU-Vertrag meinen würden, bekam ich immer ein beschähmendes : “keine Ahnung” zu höhren. zehn mal, dann war meine Frustgrenze erreicht.
Zum Glück hat dann eine etwas ältere Frau gemeint, man müsse sich noch informieren; ein Mann um die 40 hat sich dann noch über das EU-Diktat aufgeregt, so war zumindest ein wenig vox populi entstanden.
Dann wollte ich weiter ins Rathaus, und immerhin die Pforte war noch offen. Also hinauf zum

Büro des schwarzen Bürgermeisters: abgeschlossen
grüne Vizebürgemeisterin: abgeschlossen
SPÖ: niemand da

nur bei der FPÖ war volles Haus, im entlegensten Winkel des Rathauses viel ein Lichtstrahl durch die große Tür. Gedämpfte Stimmen dahinter, als ich vorsichtig Klopfe und die Tür öffne, werde ich freundlich begrüßt. Wie man mir helfen könne. Ich frage ob Susanne Winter oder einer ihrer Vertreter da ist, und für ein kurzes Interview zum Reformvertrag zur Verfügung steht. Mein Gegenüber vom Empfang verschwindet in einem Raum aus dem lautes Lachen dringt, dann ein kurzer Moment der Stille, bis er mit der Nachricht zurück kommt: Heute nicht mehr, ich könne morgen anrufen und mir einen Termin geben lassen.
Termin? - Dann kann ich mir auch gleich ein Tonband schicken lassen, von dem ich mir dann das zusammen schneide, was ich brauche.

Kurze zusammenfassung. Ich bin also kurz vor 19 Uhr im Grazer Rathaus und außer der FPÖ ist niemand mehr da.
(Wahrscheinlich haben alle anderen die Hoffnung sich 19:30 in der ZIB zu sehen, und da will man ja daheim sein.)

S. Winter will/kann nichts sagen, sie muss hart arbeiten und das, obwohl sie eigentlich gar nicht arbeiten darf, dafür aber noch Geld bekommt. Aber das ist eine andere Geschichte…

und das Volk, hm das Volk,
das hat, wie auch ich keine Ahnung was wirklich auf 236 EU-Vertrag steht, was all das bedeutet. Ich hab jetzt zumindest das Infomaterial von Ursula Plassnik angefortert, die Infos von “rettet österreich” besorgt, und hoffe mich nach und nach durch den Vertrag zu arbeiten, meine Erkentnisse werden dann hier veröffentlicht, wenn einer meiner Leser sich daran beteiligen will und einzelne Absätzte des Vertrages zusammenfassen und kommentieren will, er ist herzlich eingeladen.
Ich glaube es ist die einzige Möglichkeit sich halbwegs objektiv zu informieren, wenn man dieses Monstrum von Vertrag selbst ließt. Zumindest die Österreichischen Parteien machen kaum den Eindruck, als würden sie sich inhaltlich mit dem Vertrag beschäftigen.
Das schlimmste dabei ist, das sich die rechten Flügel auf dem wunderbaren Argument der Volksbeteiligung ausruhen können und ich ihnen auch noch Recht geben muss. Also ihr Rechten, ändert eure Meinung, ich bin so gern gegen euch.

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