Entgegen der Behauptung von PI, lese ich im Fritz Hausjell-Interview keine unmitelbare Forderung nach Pressezensur. Von den anderen Blödheiten bei PI ganz zu schweigen, aber trotzdem Danke, dass das Thema aufgegriffen wird.
Hausjell appeliert eher an so etwas wie die “Selbstverantwortung” der Medien, die sich der Flachgeistigkeit einiger Leser anpassen sollen. Also Selbstzensur statt Rotstift. Nur weil die Leserschaft die Berichterstattung so wahrnimmt, als wären “die meisten Kriminellen [...] Ausländer” , ist es noch nicht zwangsläufig der Fehler des Mediums.
Aber Hausjell hat ja recht: “Man muss sich aber dessen bewusst sein, dass so bei der Leserschaft vermittelt wird, die meisten Kriminellen seien Ausländer”
Aber die Konsequenz der Selbstzensur ist doch etwas Unsinnig, gerade in einer Welt in der jede Information über das Netz zu bekommen ist. Die Nichtnennung des Herkunftslandes von Kriminellen wäre etwa so sinnvoll wie die Selbstbeweihräucherung des KURIER, der ganz stolz ist keine Namen und keine Bilder zum Fall von Amstetten zu bringen.
Ich war anfangs begeistert, dass sie der Kurier es unterlassen hat, aber sich dann auf so blöde Art noch damit zu brüsten naja…
Bleibt der Ansatz von Hausjell: “Die Politik muss sich eine Antwort auf Kampagnenjournalismus überlegen. Das betrifft auch die Frage der Vermittlung von Medienkompetenz, die endlich in den Schulen Pflichtfach werden soll.”
Da kann ich nur Zustimmen, obwohl mich der begriff der “Pflicht” tief ins liberale Herz trifft. Aber wenn ich das junge Volk dazu bringe darüber nachzudenken, WARUM eine Zeitung etc. etwas schreibt/nicht schreibt, könnte schon viel gewonnen sein…
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