Archiv für Juni 2008

23
Jun
08

Where are you???

Unabhängig von der hoffentlich noch nicht abgeschlossenen Diskussion des letzten Eintrags: mein Montagsblog. Diesmal mit einer Sammlung von digitalen Antworten auf die Frage wo wir eigenlich sind.

Mit dopplr, plazes, und couchsurfing existieren 3 Plattformen, die genau diese Frage beantworten wollen.

Alle wollen uns sagen, wo unsere Bekannten gerade sind und alle wollen unseren Bekannten sagen, wo wir gerade sind.

Der Vorteil dieser digitalen Methode ist, dass wir mit wenig Mühe einen großen Bekanntenkreis erreichen können und nicht jeden einzelnen anrufen müssen und fragen, ob er dann und dann. dort und dort ist, und vielleicht da oder dorthin mitkommen will.

Das ist das Hauptprinzip von dopplr.

Dort kann ich meine geplanten Reisen eingeben, kann schauen wohin mein Bekanntenkreis reist und wenn es Überschneidungen gibt, bekomme ich automatisch eine Meldung.

Dopplr lässt sich wunderbar bei Facebook integrieren, ist einfachst zu bedienen und wird zumindest in meinem Umfeld nur zu wenig genutzt, als das es wirklich zu häufigen und erfreulichen Reisebegleitungen kommt.

Plazes

zielt eher auf den aktuellen Aufenthaltsort ab und zeigt mir dann an, wer sich gerade in meiner Umgebung befindet. Aber selbst in Wien waren letztes WE gerade einmal eine Handvoll Menschen online. Die Idee ist nett, bringt aber im Moment noch nicht all zu viel. Wird wohl erst interessant wenn ich dann schauen kann wer die hübsche frau am Nachbartisch ist… und ob die dann noch will, dass ich das weiß???

@ktualisierung 3:21pm: sehe gerade, wurde von nokia gekauft. Damit wird wohl bald meine Handy verfolgt werden AHHHHHHHHHHH

Zu guter Letzt: Couchsurfing.

Eine Plattform in der ich jetzt seit einem Jahr bin, meine erste Web 2.0 Erfahrung und ich bin nach wie vor davon überzeugt. Kurz das Prinzip: Du legst dir ein Profil an, schreibst wer du bist und wo du wohnst und ob die Möglichkeit besteht, bei dir zu übernachten.

Alle reisenden Couchsurfer, die dann in deiner Staat sind, können dich fragen, ob sie bei dir übernachten und wenn du unterwegs bist, kannst du schauen wer dir eine Couch anbietet. Die „Sicherheit“ wird durch eine System gewährleistet, bei dem du nach jedem Besuch deinem Gast/Gastgeber ein „Sicherheitszertifikat“ (Verifikation) hinterlassen kannst. So baut sich nach einer gewissen Zeit eine „Wolke des Vertrauens“ um jedes Profil auf.

Mir brachte Couchsurfing bis jetzt nur Vorteile:

Ich hab viele nette Menschen kennen gelernt, hab gelernt wie schnell man anderen Menschen seinen Wohnungsschlüssel anvertrauen kann (wenn man will) und natürlich hab ich jede menge Geld für Übernachtugen gespart. Eine feine Web 2.0 Plattform, die es schafft auch die realen Menschen ein wenig zu verbinden. Einfach schön und trotzdem wahr.

TROTZDEM:

Ich bin natürlich DAGEGEN, schon aus Prinzip;-)

Würd mich freuen wenn bald einige nette Menschen die Welt des Couchsurfens entdecken – you will find me.

Das Video diesmal aus meiner altverdienten Heimat Sachsen. (ist aber nur was für harte jungs ;)

oder hätte ich das nehmen sollen???

20
Jun
08

Fresse halten lässt sich nicht mit der Schweigespirale entschuldigen

UPDATE 01.06.09

NICHTS IST BESSER GEWORDEN. IM GEGENTEIL. ALL JENEN, DIE GANZ ÜBERASCHT ÜBER DIE „ESKALATION“ SIND, SEI DIESER TEXT UND DIE FOLGENDEN KOMMENTARE VORGEHALTEN. ES WAR ABSEHBAR.

UPDATE 30.09.08

ÜBER DIESEN BEITRAG UND EINIGE KOMMENTARE GIBT ES EINE INTENSIVE DISKUSSION. ICH MÖCHTE NOCH EINMAL DARAUF HINWEISEN, DASS MIT DIESEM BEITRAG NIEMAND PERSÖNLICH BELEIDIGT ODER BLOßGESTELLT WERDEN SOLL. ICH HALTE SOWOHL INHALT UND SPRACHE DER IN KOMMENTAR 14 GEÄUßERTEN MEINUNG FÜR VERKEHRT UND HABE DARAUS DIE KONSEQUENZ GEZOGEN, KOMMENTARE NICHT MEHR AUTOMATISCH FREISCHALTEN ZU LASSEN. DA IM MOMENT DARÜBER NACHGEDACHT WIRD, OB ICH DEN BEITRAG LÖSCHEN MUSS, FÄLLT ES MIR SCHWER ES SELBST ZU TUN. AUßDERDEM IST ER INZWISCHEN ZU EINEM GUTEN BEISPIEL FÜR DIE SCHWIERIGKEITEN DER WEBKOMMUNIKATION GEWORDEN.

weiterlesen ‘Fresse halten lässt sich nicht mit der Schweigespirale entschuldigen’

17
Jun
08

die schönste Frau des Wochenendes muss nicht in der Masse verschwinden

17
Jun
08

schöne Wiener

Es war eine Freude die Wiener mal zu photographieren. Ob es nun Wiener sind, oder nur Gäste, sie sahen einfach gut aus, und alle schauen irgendwohin…

naja, und den beiden sieht man halt an, wo sie herkommen

17
Jun
08

breaking news


Samstag war ich bei einem Theaterstück, oder so ähnlich. Unter der Regie von Riminiprotokoll haben sechs dolmetschende Journalisten, oder auch journalistische Dolmetscher, die Nachrichten präsentiert, kommentiert und in ihrer Belanglosigkeit zum Gespött gemacht. Aus Latenamerike, Island, dem mittleren Osten, aus Indien und aus Russland übersetzten sie simultan was so über die Mattscheibe flimmerte.

Nach kurzer Einführung wurden Punkt acht Uhr die Nachrichten gestartet, zum Teil live, zum Teil aufgezeichnet. Im Wechsel übersetzten das Team die Geburtstagsfeiern von Ernesto Che, die Konsequenzen zum abgelehnten EU Vertrag ,den aktuellen Staatsbesuch von Medwedew und weitere Nichtigkeit. Unterbrochen wurden die rauschenden Meldungen immer wieder von der stoisch vorgetragenen Erzählung über Xerxes und die Perser. Koordiniert wurden die Dolmetscher von einem Journalisten der Berliner AFP, er entschied welche Meldung von Fernseher über Dolmetscher ins Publikum durfte.

Der Bilder- und Belanglosigkeitsrausch der weltweiten Fernsehsender wurde den ganzen Abend stilisiert und eindrucksvoll wurde gezeigt, wie unbedeutend die Inhalte des alltäglichen Abendritual sind oder scheinen.

Ich sehe das Hauptproblem nicht in der Flut der Belanglosigkeit, sondern in der fehlenden Fähigkeit die Unterschiede zum Wesentlich darzustellen und zu erkennen. Sowohl die Medien als auch ihre Konsumenten werden um diese Aufgabe nicht herum kommen.

Zurück zum Abend: Der bestand aus wenig Theater und die wenigen Elemente des Spielens wirkten gezwungen. Ungeübte Darsteller haben eben kaum Möglichkeiten, mehr, als das „Tatsächliche“ darzustellen. Angefangen bei einer fast schon unverständlich gemurmeten Rolle des Journalisten.

Der virtuose Umgang mit den ständig wechselnden Bildern war aber eine gelungener Appell an die Konzentration und das Bewusstsein von Publikum und TV-Produzenten.

Einmal in Wien, bin ich gleich geblieben. Bis heute, zu diesem nervig hochstilisierten Tag des was weiß ich. Es soll gefälligst der gewinnen, der mehr Tore schießt und am liebsten wäre mir ein Sieg, der die ganzen anstrengenden TitelseitenSchlagzeilenSondersendungenLaberBLABLABLAMedeienscheiße beendet.

Und wenn dafür Polen weiter kommen muss, dann meinetwegen.

Jetzt in der Sonne fläzen, fern jeder universitären Verpflichtungen und leckeren Currychumus auf Olivenbrot essen. Und je länger ich esse umso mehr glänzt das Öl auf dem billigen Käse So wie eben Wien etwas billig versucht zu glänzen, mit seinen hellen Prunkbauten und den bunten Farben der Fußballflaggen, die überall in dieser Stadt hängen und fast die Sicht auf die melodischen urbanen Highligts verhängen.

Den Augarten, das Museumsquartier, die alten spießigen Caffeehäuser und der Zweig, den ich mir mitgenommen hab, und zu dem ich jetzt auch zurück kehre, denn lesend ist dieses Wien für mich am schönsten und einfachsten zu ertragen.

17
Jun
08

back in Graz

Nach dem langen Wochenende hier die gesammelten und ungeordneten Erlebnissberichte.

Da der blog mehr eine Sammlung zu allem ist, was gerade so um mich herum passiert, mögen all jene die auf der Suche nach irgendetwas sind, verzeihen.

Jetzt sitzte ich mit dem Schneeengel in der Uni und freuen uns immer noch über die Zugfahrt auf der wir die einzigen waren die noch Spaß hatten. Hier die ersten Eindrücke aus dem Zug, es folgen Bilder aus der Fanzone, ein bißchen Theater ums Fernsehen und so, werd einfach alles was ich so in Wien produziert habe hineinstellen.

Lustig wars…

fröhlicher Jochen

ihm sieht man’s an…

Ihnen auch.

Mehr gleich im nächsten Post…

10
Jun
08

Ehre wem Ehre gebührt: Wikipedia

Ich war lange skeptisch, aber die Onlinebibliothek Wikipdeia funktioniert wirklich gut.

Und wie:

Soeben kam über die APA (für die Deutschen = öster. dpa) die Meldung zum Tod von Tschingis Aitmatow. (17.11 Uhr)

17.20 Uhr ist der Wikipedia Artikel zu Aitmatov schon aktualisiert.

Da kommt wohl so schnell kein Brockhaus nach.

03
Jun
08

my last twitter

Nach zwei Monaten mehr oder weniger aktiven und passiven Twitterns folgt unumwunden mein Ausstieg.

Ich sehe keinen Sinn im Input, der wenige spannende Output folgt wenig später in diversen Blogs.

Entweder hab ich etwas zu sagen, dann brauche ich mehr als 140 Zeichen, oder ich habe nichts zu sagen, dann halte ich die Fresse…

SMS schreibe ich seit langer Zeit auch nur noch selten, warum also Twittern. Ein bißchen Aufmerksamkeit entgegen bringen, ein bißchen Aufmerksamkeit bekommen. Gegenseitiges wichtig machen durch verlinken, wenn es zu mehr nicht mehr reicht

Dann ist alles Scheiße. Mag sein, das einige einen Sinn darin sehen, aber Twitter kann einfach gar nichts. Der Sinn stinkt nach fauligem Weihrauch.

Es macht nicht mal Spaß, zumindest mir nicht; nicht mehr.

Es ist nicht schlimm, Twitter tut ja niemandem was, auch mir nicht. Aber es ist so verdammt teuer.

02
Jun
08

weltfremdes world wide web 2.0

Heute geht es noch einmal um die belibenden Eindrücke und Fragen des Politcamp Graz:

Bleibenden Eindruck hat Lisa Rücker hinterlassen, mit der Frage: „Was ist ein Facebook?“ ebenso bleibend die Auffassung, das WEB 2.0 das wichtigste Instrument ist, die Gesellschaft zu verändern.

Und genau dort setzt meine Frage an:

Alle Anwesenden waren mehr oder weniger echte User, Globalisierungsgewinner heißt es in der Zeitung. Wir alle nutzen das Web um zu kommunizieren und unseren Alltag zu organisieren. Aber es gibt eben Menschen wie Lisa Rücker die kommen ohne Facebook aus – und zwar gut. Und andere ohne Twitter.

Auch wenn mir das Politcamp gezeigt hat, dass Web2.0 die Welt verändern kann, hat es auch deutlich gemacht, dass viele Menschen diese Möglichkeit nicht sehen und andere Möglichkeiten nutzen/haben. Welche besser sind wird sich zeigen. Wenn „Wir“ aber wollen, das das Web2.0 „unters Volk“ und nicht mehr nur eine elitäre Angelegenheit ist, muss es einen tatsächlichen Nutzen bringen für Menschen die nicht 20h am Tag online sind und für ihren Job nicht auf einen Computer angewiesen sind. Web 2.0 ist eben nicht ein Kreuz auf einer Landkarte machen um zu zeigen, dort passt mir etwas nicht.

Bevor das Web 2.0 zu einem gesamtgesellschaftlichen Phänomen wird, muss die Grenze zwischen Web-Benutzern und Teilnehmern überwunden werden. Die Variante, dass die noch-nur-Nutzer einfach anfangen mitzumachen wird wohl nicht funktionieren und ist sicher nicht erstrebenswert. Wie diese (Web-) Integration funktionieren soll, weiß ich nicht, aber sicher nicht, indem wir uns versammeln, neue Ideen diskutieren.

Das ist in etwas so, wie wenn eine Hausverwaltung die Räume saniert, in denen niemand mehr wohnt.

Und die Welt verändern und Menschen aufregen kann man auch anders:

Mehr zum Politcamp

Hannes über die Organisationsform

Podcast und Diskussionen auf dem politcampblog