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Jul
08

denn wovon lernt der Mensch

Schon wieder Dienstag. Und der erste Monat Semesterferien ist vorbei. Nach anfänglicher Tatenlosigkeit haben mich drei „große/wichtige“ Fragen bewegt.

Lässt sich Europa auch verstehen wenn ich kein Experte bin?

Wie schreibe ich meine Reportage über Glücksspiel?

Wo wohne ich ab August?

Bis jetzt habe ich auf keine Frage ein abschließende und zufriedenstellende Antwort gefunden, aber zumindest Ansätze, Entwürfe und erstaunlich viele Parallelen in der Herangehensweise.

Eine riesige Rolle bei all diesen Fragen hat das Internet gespielt. Bei meiner Wohnungssuche hab ich mich ausschließlich auf online-Portale konzentriert. Bis jetzt leider ohne Erfolg, aber ich war immer wieder verwundert wie unpraktisch viele Seiten gestaltet sind. Und ich befürchte ohne Internet wäre die Wohnungssuche einfacher, wenig Wahl, wenig Qual.

Anders sieht es bei der Europa Frage aus:

Das Internet ist voll mit Informationen über die EU und ihre Mitgliedsländer. Die öft geäußerte Kritik von fehlenden Informationen ist also eher ein Zeichen für die Unfähigkeit sich für ein Thema zu interessieren.

Ich habe gerade erst begonnen, aber nach zwei Wochen schon zahlreiche Europa-Blogs und Portale gefunden. Darüber hinaus gibt es genügen internationale und deutschsprachige Medien, die über Europa aus den Mitgliedsländern berichten.

Das Web bringt den riesigen Vorteil mit sich, dass nahezu alles was mich interessiert zu finden ist, die meisten Informationen lassen sich sogar bequem in meinem Feedreader sammeln. Den Ordner mit den Meldungen aus Europa hab ich öffentlich gemacht, er wird sich aber weiter verändern. oben der Link zu allen Meldung, aktuell auch in der rechten Blogspalte)

Ich könnte mich nicht vorstellen über print und TV die Nachrichten aus allen 27 Mitgliedsländern zu bekommen. zumindest nicht so schnell und günstig. Der Vorteil an meinem „direkten Anschluss“ an die lokalen Medien/Infoszenen ist auch, dass sie sehr unmittelbar sind. Ihre Objektivität gewinnen sie durch ihren direkten Bezug. Das belgische FlandernInfo berichtet eben aus wesentlich geringere Distanz als der ORF, ich kann also selbst bestimmen wie viel Abstand ich von einer politischen Tendenz nehmen will.

Nach und nach kann ich so zu jedem Mitgliedsland ein paar feeds generieren und schon nach ein paar Wochen (bei Belgien und Tschechien haben 2 gereicht) bin ich besser über die aktuellen politischen Debatten in den jeweiligen Ländern informiert, als es google news mit seinen Meldungsbomben leisten könnte.

Langsam entwickle ich ein Verständnis und vor allem Wissen über die Europäische Union, ohne gleich Experte werden zu müssen. Mit einem mittleren Anfangsaufwand (viele Blogs etc. abonnieren, sortieren, einordnen) stellt sich so etwas wie „europäische Zeitgenossenschaft“ ein. Arbeitsaufwand (30 bis 45 min am Tag wenn man es wie ich übertreibt)

By the way, wenn man sich lange genug durch das Netz klickt gelangt man (wenn man danach sucht) auch zu den Seiten der „Andersdenkenden“. Aber gerade die sollte es ja zu verstehen gelten. In deren Augen ist leider der Nationalist der Mensch, der das Besondere über das Allgemeine stellt. (siehe letzter blogeintrag) So zumindest in einer Zeitschrift die sich selbst mit „radikal rechts lesen“ untertitelt. (sachsenpublizistik.de – den link schenk ich mir)

Ich spreche dem Spruch zumindest den Umkehrschluss ab und behaupte, das auch ein Sozialist das Besondere über das Gewöhnliche stellt. Alles eine Frage des Blickwinkels.

Für mich ist Engstirnigkeit etwas sehr Allgemeines. (rechte wie linke) und ich stelle natürlich den freien Geist darüber. Und halte mich nun nicht für einen Nationalisten oder Sozialisten.

Themenwechsel. (Ist noch jemand da, ich schreib ja nun doch schon recht lang, aber zum schreiben komm ich dann auch noch.)

Das Glücksspiel und meine Reportage.

Auch hier hat mir das Internet geholfen. Allerdings nur in sehr beschränktem Rahmen. Ich konnte zumindest schauen, was in Österreich bereits geschrieben wurde und von wem ich alles nicht abschreiben darf und welche Standpunkte ich berücksichtigen soll/will.

Die Recherche zur Reportage war online unmöglich, was mir den Einstieg besonders schwer gemacht hat.

Ein paar online-Foren für Spielsüchtige gab es zwar, aber dort gab es viel Allgemeines.

Ich musste, und das viel mir wirklich schwer, in die „Spielhölle“ – billiges Wortspiel (ich machs hier, dann kann ich es aus der Reportage streichen).

Und dort, es half nichts, musst ich alle soziale Scheu überwinden und jemanden ansprechen. Nach dem ich mich dann überwunden hatte den sympathischsten Menschen einfach mit „darf ich sie kurz ansprechen“ zu belästigen, ging alles gut.

Das Ganze musste ich dann noch drei mal wiederholen, und gerade in der Selbsthilfe Gruppe war das nicht so einfach, weil ich mich dort ständig zwischen falscher Zurückhaltung und unverschämter Neugierde bewege, aber das sind wohl die Kompetenzen, die uns keine Uni lehren kann. Da hat auch (seit langem mal wieder) kein Internet geholfen.

Da hilft wohl nur die harte Live-Probe, das reale Leben und ich hoffe das ich und andere ihre sozialen Kompetenzen zwischen onlinewelt und Anstaltsleben (Schulen, Unis, Betriebe etc.) nicht verlieren. Es war mir eine Lehre.

Jetzt hab ich nun alles recherchiert und sitze seit Tagen beim Schreiben und merke wieder einmal wie schwer es fällt gute Texte zu schreiben. Mir fehlt vielleicht auch ein wenig Talent, aber ich vermisse auch ein paar Techniken aus dem Unterricht. Wie schaffe ich es um Beispiel ein Geschichte nicht-chronologisch zu erzählen, ohne, dass ich den Leser verliere. (Wenn bis hierhin jemand jemand gelesen hat, wäre das eine super Aufmunterung)

Wie binde ich Informationen außerhalb der Handlung am besten in diese ein?

Wie verknüpfe ich akustische mit optischen mit Handlungsbeschreibungen, ohne das es eine Aufzählung wird. („Er läuft über den roten Teppich, der seine Schritte schluckt“ ist ziemlich bäh)

Mein schreiben ähnelt noch sehr dem eines 10 km Laufes. Ich nehme Anlauf und brauche immer erst mal 10 Minuten ehe ich einen Rhythmus habe und „vorwärts komme“ Nur das beim laufen die ersten 1000 Meter Nebensache sind. Beim schreiben ist der Textanfang wohl das wichtigste. Einfach den Anfang zum Schluss schreiben klingt zwar einfach, bringt aber genau so viel, wie beim laufen nochmal die ersten 10 Meter zu rennen.
So ich fasse zusammen. (Zusammenfassung sind meine liebsten Texte)

Also Europa:

Es gibt keine Entschuldigung für fehlende Information, es gibt nur eine Bereitschaft Zeit und Aufmerksamkeit zu investieren. Wenn diese gering ist, darf das begründet und diskutiert werden. Aber wie soll ich mit jemandem streiten, der die Grundsätze (sich selbst zu informieren) missachtet.

Wohnung:

Ich suche 2 Raum Wohnung. Groß (<50qm) in Graz-City, schön (hell) billig (<550 €) mit Küche ab August oder September

Ich suche Wohnung in München billig, Größe egal, von 2 bis 30 August.

Ich stubenrein und pflegeleicht
Glücksspiel und Reportage schreiben:

Ich will mehr ÜBER das Schreiben lernen. Ich will Schreiben können. Soziale Erfahrungen können ANDERE Informationen/Wissen vermitteln als online Wissen.

Zu viel Online könnte das soziale Verhalten erheblich stören. Mindestens so viel wie das Glücksspiel.
So jetzt aber Werbung und Musik. Ein Blog, gefunden auf der Suche nach einer großartigen Pianisten, ich bitte um Fortsetzung.


2 Antworten zu “denn wovon lernt der Mensch”


  1. 14. August 2008 um 2:39

    hey! ich hab durchgehalten – und bin auch etwas stolz auf mich.
    Aber ich muss sagen, eigentlich erfahr ich mehr aus deinem Leben durch den Blog als durch dich persönlich: cool oder krank? ich weiß es nicht!

    Stimme dir völlig zu, wenn du sagst, du möchtest mehr lernen, wie man schreibt? Ich hab das letztes Jahr extrem vermisst. Besonders bei der Reportage ist mir das aufgefallen (wie kann ich dem Leser das Geschehen vermitteln ohne Formulierungen wie: “Jetzt steigt er ins Auto. Er dreht den Schlüssel nach rechts. Bla bla…” – besonders schwierig ist, wie du sagtest: Geruchsinn oder andere Sinne mit solchen Beobachtungen zu vermischen….
    Naja, ich glaub das beste ist, sich nicht zu beschweren und drauf zu hoffen dass wir das auf der FH lernen sondern einfach viel viel zu lesen und daraus zu lernen – ich glaub das hilft sowieso am besten….

    soweit von mir


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