Archiv für August 2008

22
Aug
08

Vernetzte Egoisten

Ja, das ist mein erstes Stöckchen. Allerdings erstmal nur eines innerhalb meines Studiengangs.

Da haben sich in letzter Zeit einige entschieden zu bloggen und vielleicht sind sie ja noch weiter online aktiv, and i will know that. Wie Kollegen sind hoffentlich danach etwas besser vernetzt, und alle anderen wissen wie lieb wir uns haben…

Hier die Fragen:

Was finde ich in deinem Blog?

Warum bloggst du Darüber?

Dein Lieblingsblog, und warum?

Feedreader oder Webseite?

Empfiehlst du andere Blogs/Posts (und wo sind deine Empfehlungen – Antwort bitte als Link)

Wo bist du noch aktiv (delicio.us, andere Blogs, Twitter, friendfeed, soziale Netzwerke… und auch hier am besten gleich mit Link)

Du bloggst zuviel, oder du liest zuviel?

Und wem knallst du das Stöckchen an den Kopf?

So das wars, einfach Fragen kopieren und Antworten geben, ich hoffe ich kann meinen Feedreader danach ein wenig füllen. Als erster bekommt der Clemens das Stöckchen. Er hat einen ganz neuen Blog und wirkt so als hat er im Moment zuviel Freizeit;-)

18
Aug
08

Montag

Ich sollte noch etwas bloggen. Ein klein wenig zumindest. Erst recht nachdem ich am Freitag das große Glück hatte, der Produktion des News-Navigator beizuwohnen.

Es ist so ein direktes Nachrichtenformat, aber was soll ich groß schrieben, außer wie wunderbar „einfach“ es ist, damit zu produzieren.

Ein Greenscreen, ein Schnittprogramm, KnowHow und zwei ambitionierte Journalisten. Mehr braucht es eigentlich nicht.

Tausend Dank an dieser Stelle noch einmal an Isabella und Christian. It was a privilege.

Das sollte aber nicht davon ablenken, dass aus dem digital divide zwischen Onlinern und Offlinern eine ganz andere Kluft wird/werden kann.

Im Focus Jahr-BUCH 2008 schreibt Wolfgang J. Koschnick sehr treffend wie das WEB 2.0 genutzt wird:“…die einen tun das, um ihr Wissen zu verbreitern und zu vertiefen, um ihre Geschäfte abzuwickeln, ihre Kommunikation effizienterzu gestalten. Und die anderen tun das, um sich mit Pornos und blöden Blogs, in Chatooms und Flirtlines zu Tode zu amüsieren. [...]die einen wachsen daran, die anderen versinken im Sumpf.“ (Koschnick ist 66 Jahre alt)

Tja, das zu ertragen ist wohl das Leid derer, die sich liberal schimpfen.

Aber warum wird dann in Schulen (den un-liberalsten Orten die ich kenne) immer noch gelehrt, wie man seinen Namen tanzt (damit ihn die Freundin am anderen Ende der Webcam auch versteht), und wann wird endlich angefangen einen sinnvollen Umgang mit dem Internet zu lehren?

Haben Schulen etwa Angst, dass ihre Schüler online mehr lernen als im Frontalunterricht, oder wissen sie es nicht besser?

Ich hoffe, die Aufgabe der Lehrer wird sich bald verändern, Pädagogen wollten sie zwar oft sein, aber doch meist vergebens. (Wissens-)Lehrende waren zumindest einige von Ihnen. Ihr Unterricht lässt sich vielleicht mit einem guten Blog vergleichen. Jede Stunde spannend erzählte Neuigkeiten zum lernen und dann gab es diese ganz seltenen „Charakterlehrer“.

Die haben viel weniger Wissen vermittelt, als sogenannte „soft skills“:

den Mut zur Meinung und zum Fehler;

die Würde, die eigene Unwissenheit zu ertragen und zu erkennen und daraus den Ehrgeiz nach mehr Wissen zu entwicken;

den Witz in der Diskussion und den ehrlichen Respekt vor der anderen Meinung(der geht mir heut noch manchmal ab – i know) ,

das dialektische Denken und auch

die Macht einer PERSÖNLICHEN Überzeugung gegenüber gelesenem Wissen.

Das sind Dinge die uns kein Internet lehren kann, vielleicht ein paar Helden der Literatur, aber vor allem Menschen. Vielleicht sollte es die Aufgabe von Lehrern sein; Wissen werden sie uns kaum noch vermitteln können.

Ich erkenne das spät, und ich war oft kein „einfacher Schüler“.  Eben weil ich das erst jetzt verstehe.

Aber ich bin, auch das spät, denjenigen dankbar, die mich trotzdem mehr gelehrt haben, als der Lehrplan verlangte.

Matthias Kreck via

einfach wunderbar

11
Aug
08

langer Montag

Trotz sieben Stunden vorm PC ist es mir ein Bedürfnis, noch etwas zu schreiben:

Das tool dipity.com ist eine Erwähnung wert, ebenso die Idiotenthese des Spiegel und Ivan Hajek, aber eines nach dem anderen.

Der Spiegel provoziert wieder eine Sommerlochsdiskussion, dabei geht völlig verloren, dass er, wenn auch unmotiviert auf ein nettes Webtool namens dipity verlinkt. (soviel zum Thema selbsterfüllende Provezeihung), wenn man aber über den Spaßfaktor des Spiegel hinaus schaut, kann ich mir das Tool recht spannend vorstellen.

Ideal nahezu für die Geschichtsunterricht.

Was dürfte Schüler mehr motivieren, als sich anhand von YouTube Videos die öster. Geschichte zu erarbeiten. Die Lücken können sie selbst füllen. Mit Text, Ton Bild… Ich sehe da viel Potential, bis jetzt ist es leider kaum genutzt.

Gleichzeitig macht es deutlich, das nicht google der Bigbrother ist, sondern wir.

Und, nicht das Internet macht uns Dumm, sondern wir.

Auf dipity wird deutlich, wie leicht es ist, Chronologien zu visualisieren. Damit kann so leicht gezeit werden, wann ich wo bin, was ich von diesem Ort aus für Photos mache, welche Texte ich schreibe, welche Videos ich schaue.

Wenn ich es zulasse.

Und darin sehe ich einen der viel zu oft ignorierten Diskussionspunkte. Google hat nur die Daten, die wir eingeben und das Internet macht uns nur dumm, wenn WIR aufhören zu denken.

Dabei sehe ich den Fall google schon etwas komplizierter, aber was die intelektuelle Leistung des Web angeht, möchte ich sogar behaupten das mich das Internet klüger macht.

5 Punkte für das Internet

1. Ich nehme MEHR Wissen auf. Das Netz hat unendlich viele Informationen. Ich lerne zu sortieren und zu verknüpfen.

2. Ich finde widersprüchliche Informationen. Ich habe nicht nur meine Tageszeitung mit ihrer Blattlinie, sondern viele Blickwinkel aus denen berichtet wird. Ich lerne abzuwägen und auch einmal keine Meinung haben zu können.

3. Das Internet organisiert mein Wissen. Im Web 2.0 lege ich selbst meine (Denk-)Ordnung fest. Welche Informationen brauche ich täglich, was sind meine Recherchequellen (und Goggle ist da endlich weg von Platz 1). Ich lerne dadurch wie wichtig Wissen für mich ist, was muss ich „ohne Internet“ wissen, was kann ich getrost nachschlagen.

4. Das Internet zeigt mir Neues. Es ist Blödsinn, dass ich NUR in der Zeitung auf neue Themen komme. Schlichter Blödsinn.

5. Das Internet zeigt mir, was andere Wissen. An Stelle der Autoren meiner Lokalzeitung, meinen Proffesoren und Kollegen bin ich über ein paar Schnittstellen mit vielen Informationsquellen verbunden, die ebenfalls viel wissen und ein Teil dieses Wissens online verfügbar gemacht haben. Für mich, wie nett.

Das heißt nicht, dass ich im Netz nicht verblöden kann. (Man sieht es an meiner Orthographie), aber wer mit dem Internet verblödet, wäre es wohl auch ohne. Mir fehlen da leider die medizinischen Studien um das zu belegen, aber wer in der Lage ist zu DENKEN, der wird auch WISSEN, dass er dieses DENKEN nicht einem Gerät überlassen kann.

Das Internet ist nun mal kein Teufel, es sind nur Einsen und Nullen, wenn man mir das Internet weg nimmt, bleibe ich übrig. Nimmt man dem Internet seine Nutzer weg, bleibt nichts.

Man kann sich auch mit zwei Steinen die Köpfe einschlagen, aber irgendwer war mal so gescheit, sie aneinander zu hauen und Feuer zu machen.

(Sorry, ich liebe hinkende Vergleiche)

So und jetzt zur Kultur. Hier in München sind die Bettler und Seelenverkäufer nämlich erstaunlich aufdringlich. Mit einer Außnahme, den Straßenmusikanten. Eine talentierte Szene belebt die Stadt, einer von ihnen ist Ivan Hajek und, wie soll es anders sein, er ist bei YouTube zu finden…

Kleines Update, für alle die soviel Zeit haben, dass sie mich nicht im feedreader lesen:

Irgendwer hat gesagt, das Internet macht dumm. Jetzt will der FERNSEHSENDER Sat.1 vier neue Sendungen produzieren, hat sich aber schon mal 27 Titel sichern lassen. Super, denn wir wissen fernehn bildet und Internet, ihr wisst schon…

Wenn die Sendung nur halb so lustig sind wie ihre Namen ist Sat.1 gerettetm(aber vor was?) :

Hier alle Titel

Peng! Die Westernshow
Schlotter! Die Gruselshow
Aloha! Die Südseeshow
Holldriöh! Die Alpenshow
Muh! Die Bauernshow
AAIIAAH! Die Urwaldshow
Klirr! Die Rittershow
Schluck! Die Wüstenshow
Rumms! Die Gladiatorenshow
Action! Die Hollywoodshow
Brutzel! Die Kochshow
Platsch! Die Piratenshow
Tuut! Die Autoshow
Marsch! Die Bundeswehrshow
Aua! Die Ärzteshow
Tsching! Die Chinashow
Klatsch! Die Tortenshow
Tooor! Die Fußballshow
Klingeling! Die Weihnachtsshow
Schmatz! Die Valentinsshow
Hoppel! Die Ostershow
Raus! Die Ferienshow
Schock! Die Schulshow ????????????müsste es nicht heißen Gähn! Die Schulshow
Rutsch! Die Silvestershow
Blüh! Die Frühlingsshow
Bibber! Die Wintershow
Schluchz! Die Nostalgieshow

Wenn jemand 150 Euro für mich hat, bitte schnell melden. Oder Sat.1 hat Interesse:

Quietsch! Die Fahrradshow.

Arghh! Die Friedhofsshow.

Rungs! Die Trennungsshow.

Wow! Die Peepshow.

Puuups. Die Show der Flatulenzen.

ach ja, und: Switch! Die Show des endgültigen Ausschaltens von Sat.1, wie gesagt 150 Euro pro Titel…

aber Vorsicht. Dieser Beitrag steht im Internet. Kann also unter Umständen dumm machen.

11
Aug
08

Montag aus München

Jetzt bin ich gut eine Woche bei meinem Münchner Praktikum, Zeit für einen kurzen Bericht:

Ich will und darf nicht viel über Burda Media schreiben, aber zwei allg. Fragen/Feststellungen sind doch in ihrem Ausmaß größer, als ich es vor zwei Wochen gedacht hätte.

1. Das Web 2.0 ist ein MARKT, kein TOOL.

Es geht darum sein bisheriges Angebot (Zeitung/Zeitschriften etc) auf ein Web 2.0 Level zu bringen und eine Wechelbeziehung zu den „Alten Medien“ herzustellen. [es war die FAZ und nicht die Welt ;]

Mit dem Web 2.0 wird aber nicht gearbeitet. Kommunikation per e-mail und face-to-face werden nach wie vor gepflegt. Über Vor- und Nachteile darf gestritten werden. Dafür ist das Web 2.0 eigentlich eine große Arbeitserleichterung und ich wundere mich manchmal darüber, wie wenig diese genutzt wird.

2. Wer wird uns bezahlen?

Mich, meine Kollegen und alle Anderen? (neben Journalisten arbeiten ertsaunlich viele Menschen in so einem Verlag). Auf die Frage, wer die Mdienproduzenten der Ukunft bezahl, scheint es kaum eine klare Antwort zu geben. Wer gestern noch über bezahlte Anzeigen Popularität erlangt, kann heute, ganz ohne Medien, selber broadcasten. Das macht Medien zwar unabhängiger, aber was nützt die Unabhänigkeit, wenn es kein Geld mehr gibt? Und der Konsument. Naja, was ist den von dem zu erwarten.Meine eigene Zahlungsmoral für Informationen geht gegen Null. Mein feedreader wird von über 200 Personen/Medien gefüllt. Kostenlos; Im Moment habe ich drei kostenlose Zeitungsabos,in Österreich meistens ein oder zwei: Kostenlos. Nur für Magazine muss ich im moment Geld ausgeben. Aber eigentlich ist diese Selbstverständlichkeit der helle Wahnsinn und recht bedacht, grabe ich mir meine eigene berufliche Zukunft ab.

Aber wo ist der Ausweg? Arbeitsoptimierung? Einsparen? Selbst wenn da noch was geht, das Problem lässt sich so wahrscheinlich nicht lösen.

Noch sind zum Glück PR-Abteilungen von Firmen und Verlagen damit beschäftigt die Nachrichtenunternehmen und ihre Journalisten zu finanzieren, aber wie langfunktioniert das noch?

Das AdWords-Prinzip? Ein paar billige Anzeigen in der Reportage untergebracht? Ich bezweifle ob davon eine Redaktion leben kann. Oder wie im Sport: „Dieser Vilkanausbruch wurde ihnen präsentiert von Grünpunkt, satter Sound ohne Funkenflug“???

Die eigene Zahlungsmoral? – Zumindest ein erster Schritt.

Ich weiß es nicht, begreife aber das erste mal wirklich die existentielle Notwendigkeit der PR für Journalisten. Sie sind vielleicht die letzte Rettung, nicht NUR der größte Feind. Was es nicht leichter macht.

01
Aug
08

Es legt sich…

Alles was Montag noch nicht so recht klar war, hat sich nun aufgelöst.

Ich wohne wieder und zwar dreifach: Zweimal Graz. Einmal München. Ab Sonntag bin ich einen Monat lang bei Burda Media. Ich bin gespannt, was ich machen darf und hoffe auch hinter die Kulissen des News-Navigator schauen zu können.

Ich bin von diesem einfachen Nachrichtenformat immer noch begeistert. Und Isabella Kroth schafft es, mich öfter zum lachen zu bringen, als die junge Miss Tagesschau. Aber hat ja jeder seine Aufgabe.

Ich hoffe, ich komme auch in München ein wenig zum bloggen. Mal sehen was es gibt.

Das Hin und Her zwischen Spielcasinos und Wohnungsbesichtigung der letzten Wochen ist vorbei. Wenn die Bewertung der Reportagr abgeschlossen ist, stell ich sie mal online. War ja schließlich Arbeit.

Jetzt schon mal vielen Dank an alle, die mir mit Beistrichen und vor allem mit offenen Antworten und Informationen etc geholfen haben.

Und noch eine vorlaute Ankündigung, aber damit bin ich selbst noch einmal motiviert: Ab September (und dann regelmäßig ab Oktober) werde ich auf rigardi.org ein paar politische Beobachtungen bloggen, also weg vom persönlichen Alltagsschrott.

Außerdem freu ich mich, dass mein dezenter Vorschlag der „Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten“ nicht nur in der rigardi-Umfrage ein paar Stimmen bekommt, sondern auch Christoph Chorher dieser Idee anscheinend offen gegenüber steht. Obwohl, dahinter könnten ja jetzt schon wieder wahltaktische Überlegungen stecken. Ein Schelm wer böses denkt.

Naja, die SPÖ zieht programatisch voll durch. „Genug gestritten“. Na bravo. Das ist ja mal eine Agenda.

Und die ÖVP, die wartet noch, nur MichiMojzis bloggt solange vor sich hin

Ich werd wohl nichts verpassen, wenn ich jetzt einen Monat nicht da bin…

But I’m still watching you…

ach ja, wenn mal wieder wer jammert wie stressig alles ist und keine Zeit und so, einfach mal locker bleiben: