11
Aug
08

Montag aus München

Jetzt bin ich gut eine Woche bei meinem Münchner Praktikum, Zeit für einen kurzen Bericht:

Ich will und darf nicht viel über Burda Media schreiben, aber zwei allg. Fragen/Feststellungen sind doch in ihrem Ausmaß größer, als ich es vor zwei Wochen gedacht hätte.

1. Das Web 2.0 ist ein MARKT, kein TOOL.

Es geht darum sein bisheriges Angebot (Zeitung/Zeitschriften etc) auf ein Web 2.0 Level zu bringen und eine Wechelbeziehung zu den „Alten Medien“ herzustellen. [es war die FAZ und nicht die Welt ;]

Mit dem Web 2.0 wird aber nicht gearbeitet. Kommunikation per e-mail und face-to-face werden nach wie vor gepflegt. Über Vor- und Nachteile darf gestritten werden. Für ist das Web 2.0 eigentlich eine große Arbeitserleichterung und ich wundere mich manchmal darüber, wie wenig diese genutzt wird.

2. Wer wird uns bezahlen?

Mich, meine Kollegen und alle Anderen? (neben Journalisten arbeiten ertsaunlich viele Menschen in so einem Verlag). Auf die Frage, wer die Mdienproduzenten der Ukunft bezahl, scheint es kaum eine klare Antwort zu geben. Wer gestern noch über bezahlte Anzeigen Popularität erlangt, kann heute, ganz ohne Medien, selber broadcasten. Das macht Medien zwar unabhängiger, aber was nützt die Unabhänigkeit, wenn es kein Geld mehr gibt? Und der Konsument. Naja, was ist den von dem zu erwarten.Meine eigene Zahlungsmoral für Informationen geht gegen Null. Mein feedreader wird von über 200 Personen/Medien gefüllt. Kostenlos; Im Moment habe ich drei kostenlose Zeitungsabos,in Österreich meistens ein oder zwei: Kostenlos. Nur für Magazine muss ich im moment Geld ausgeben. Aber eigentlich ist diese Selbstverständlichkeit der helle Wahnsinn und recht bedacht, grabe ich mir meine eigene berufliche Zukunft ab.

Aber wo ist der Ausweg? Arbeitsoptimierung? Einsparen? Selbst wenn da noch was geht, das Problem lässt sich so wahrscheinlich nicht lösen.

Noch sind zum Glück PR-Abteilungen von Firmen und Verlagen damit beschäftigt die Nachrichtenunternehmen und ihre Journalisten zu finanzieren, aber wie langfunktioniert das noch?

Das AdWords-Prinzip? Ein paar billige Anzeigen in der Reportage untergebracht? Ich bezweifle ob davon eine Redaktion leben kann. Oder wie im Sport: „Dieser Vilkanausbruch wurde ihnen präsentiert von Grünpunkt, satter Sound ohne Funkenflug“???

Die eigene Zahlungsmoral? – Zumindest ein erster Schritt.

Ich weiß es nicht, begreife aber das erste mal wirklich die existentielle Notwendigkeit der PR für Journalisten. Sie sind vielleicht die letzte Rettung, nicht NUR der größte Feind. Was es nicht leichter macht.


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