Archiv der Kategorie 'mediale Leichen - TV'

15
Jan
09

Der Hessentestlauf

Nicht nur politisch wird die Hessenwahl am Sonntag einen Vorgeschmack auf den Rest des Jahres geben. Auch der Wahlkampf im Web geht (hoffentlich) erst richtig los…

Bemerkenswert die Entwicklung von Thorsten Schäfer-Gümbel. Als graue Marionette verspottet, probiert er es mit dem alten SPD-Versuch des Youtube-Dialogs. (Hatte ja auch schon mal Kurt Beck).

Am Anfang etwas frontal, dann locker flockig und inhaltsleer, dann wieder völlig überfrachteter Inhalt, nun ja. Die momentane Entwicklungsstufe ist dann nach Peters Woche wohl das beste, was es im Moment in Deutschland gibt.

Erster Versuch:

Und Jetzt (wir hoffen beim geänderten Bildausschnitt mal auf Absicht):

Roland Koch versucht spät aber doch ähnliches im Webcamp, leider genau so merkwürdig wie das gesamte CDU TV. Aber zu YouTube gibts nochmal einen Extrabeitrag, wenn sich nur die Pressesprecher dieser Parteien endlich mal melden würden.

Noch peinlicher als Roland Kochs YouTube-Versuch (wenigsten mutig) ist das sogenannte Twitter-Interview von Robert Basic mit TSG. Das hat in keinster Form etwas mit Interview zu tun, sondern ist die moderne Version des Kanzlers im Bierzelt. Volksnähe ist nicht unbedingt eine erstrebenswerte Eigenschaft von Politikern. Und den Begriff des Interviews sollte man wirklich nur verwenden, wenn es der Wortbedeutung gerecht wird. Ich hoffe Robert Basic verdient mit seinem Blog viel Geld, das er sich solche Blödheiten in Zukunft sparen kann.

Damit zurück zum Positivismus. Nach der „Nacht im Netz“ (sie erinnern sich, da wurde ein neuer amerikanischer Präsident gewählt) gibt es vom ZDF die „Wahl im Web„. Das Pilotprojekt geht also in Phase zwei.

Ich erwarte ein vernünftige Verbesserung und die erneute Demonstration, dass Inhalt und Journalismus auch im Web Platz haben. Befürchte allerdings schlimmstes. Nämlich „total spannendes BlaBla“

Klaus Kleber ist leider nicht dabei, dafür Markus Kavka. Denn kenn ich nur von MTV – das lässt schlimmes erwarten, aber warten wir es ab. Schon jetzt fehlen mir die Dinge, die beim letzten Mal noch großes Potential verschenkt haben. (delicious, twitter …)

Naja, ich werd trotz gemeiner Beschäftigungspolitik meiner FH „einschalten“. Die Hessen wählen ja zu humanen Zeiten. Nicht wie diese Amis.

P.S. Ob ich es gut finden soll, dass mich von 555 Feeds nur zwei auf die „Wahl im Web“ aufmerksam machen? Ich weiß nicht, dank an die Empfehlung vom @schneeengel und homopoliticus

P.P.S. 10 Tage nach der Wahl bin ich in Hessen. Da. Ich habs ja sonst nichts so mit Werbung, freu mich aber auf die Fachsimpelei über „Die Zukunft der Online-PR“. Dabei stecken wird doch drin. Aber was solls…

11
Aug
08

langer Montag

Trotz sieben Stunden vorm PC ist es mir ein Bedürfnis, noch etwas zu schreiben:

Das tool dipity.com ist eine Erwähnung wert, ebenso die Idiotenthese des Spiegel und Ivan Hajek, aber eines nach dem anderen.

Der Spiegel provoziert wieder eine Sommerlochsdiskussion, dabei geht völlig verloren, dass er, wenn auch unmotiviert auf ein nettes Webtool namens dipity verlinkt. (soviel zum Thema selbsterfüllende Provezeihung), wenn man aber über den Spaßfaktor des Spiegel hinaus schaut, kann ich mir das Tool recht spannend vorstellen.

Ideal nahezu für die Geschichtsunterricht.

Was dürfte Schüler mehr motivieren, als sich anhand von YouTube Videos die öster. Geschichte zu erarbeiten. Die Lücken können sie selbst füllen. Mit Text, Ton Bild… Ich sehe da viel Potential, bis jetzt ist es leider kaum genutzt.

Gleichzeitig macht es deutlich, das nicht google der Bigbrother ist, sondern wir.

Und, nicht das Internet macht uns Dumm, sondern wir.

Auf dipity wird deutlich, wie leicht es ist, Chronologien zu visualisieren. Damit kann so leicht gezeit werden, wann ich wo bin, was ich von diesem Ort aus für Photos mache, welche Texte ich schreibe, welche Videos ich schaue.

Wenn ich es zulasse.

Und darin sehe ich einen der viel zu oft ignorierten Diskussionspunkte. Google hat nur die Daten, die wir eingeben und das Internet macht uns nur dumm, wenn WIR aufhören zu denken.

Dabei sehe ich den Fall google schon etwas komplizierter, aber was die intelektuelle Leistung des Web angeht, möchte ich sogar behaupten das mich das Internet klüger macht.

5 Punkte für das Internet

1. Ich nehme MEHR Wissen auf. Das Netz hat unendlich viele Informationen. Ich lerne zu sortieren und zu verknüpfen.

2. Ich finde widersprüchliche Informationen. Ich habe nicht nur meine Tageszeitung mit ihrer Blattlinie, sondern viele Blickwinkel aus denen berichtet wird. Ich lerne abzuwägen und auch einmal keine Meinung haben zu können.

3. Das Internet organisiert mein Wissen. Im Web 2.0 lege ich selbst meine (Denk-)Ordnung fest. Welche Informationen brauche ich täglich, was sind meine Recherchequellen (und Goggle ist da endlich weg von Platz 1). Ich lerne dadurch wie wichtig Wissen für mich ist, was muss ich „ohne Internet“ wissen, was kann ich getrost nachschlagen.

4. Das Internet zeigt mir Neues. Es ist Blödsinn, dass ich NUR in der Zeitung auf neue Themen komme. Schlichter Blödsinn.

5. Das Internet zeigt mir, was andere Wissen. An Stelle der Autoren meiner Lokalzeitung, meinen Proffesoren und Kollegen bin ich über ein paar Schnittstellen mit vielen Informationsquellen verbunden, die ebenfalls viel wissen und ein Teil dieses Wissens online verfügbar gemacht haben. Für mich, wie nett.

Das heißt nicht, dass ich im Netz nicht verblöden kann. (Man sieht es an meiner Orthographie), aber wer mit dem Internet verblödet, wäre es wohl auch ohne. Mir fehlen da leider die medizinischen Studien um das zu belegen, aber wer in der Lage ist zu DENKEN, der wird auch WISSEN, dass er dieses DENKEN nicht einem Gerät überlassen kann.

Das Internet ist nun mal kein Teufel, es sind nur Einsen und Nullen, wenn man mir das Internet weg nimmt, bleibe ich übrig. Nimmt man dem Internet seine Nutzer weg, bleibt nichts.

Man kann sich auch mit zwei Steinen die Köpfe einschlagen, aber irgendwer war mal so gescheit, sie aneinander zu hauen und Feuer zu machen.

(Sorry, ich liebe hinkende Vergleiche)

So und jetzt zur Kultur. Hier in München sind die Bettler und Seelenverkäufer nämlich erstaunlich aufdringlich. Mit einer Außnahme, den Straßenmusikanten. Eine talentierte Szene belebt die Stadt, einer von ihnen ist Ivan Hajek und, wie soll es anders sein, er ist bei YouTube zu finden…

Kleines Update, für alle die soviel Zeit haben, dass sie mich nicht im feedreader lesen:

Irgendwer hat gesagt, das Internet macht dumm. Jetzt will der FERNSEHSENDER Sat.1 vier neue Sendungen produzieren, hat sich aber schon mal 27 Titel sichern lassen. Super, denn wir wissen fernehn bildet und Internet, ihr wisst schon…

Wenn die Sendung nur halb so lustig sind wie ihre Namen ist Sat.1 gerettetm(aber vor was?) :

Hier alle Titel

Peng! Die Westernshow
Schlotter! Die Gruselshow
Aloha! Die Südseeshow
Holldriöh! Die Alpenshow
Muh! Die Bauernshow
AAIIAAH! Die Urwaldshow
Klirr! Die Rittershow
Schluck! Die Wüstenshow
Rumms! Die Gladiatorenshow
Action! Die Hollywoodshow
Brutzel! Die Kochshow
Platsch! Die Piratenshow
Tuut! Die Autoshow
Marsch! Die Bundeswehrshow
Aua! Die Ärzteshow
Tsching! Die Chinashow
Klatsch! Die Tortenshow
Tooor! Die Fußballshow
Klingeling! Die Weihnachtsshow
Schmatz! Die Valentinsshow
Hoppel! Die Ostershow
Raus! Die Ferienshow
Schock! Die Schulshow ????????????müsste es nicht heißen Gähn! Die Schulshow
Rutsch! Die Silvestershow
Blüh! Die Frühlingsshow
Bibber! Die Wintershow
Schluchz! Die Nostalgieshow

Wenn jemand 150 Euro für mich hat, bitte schnell melden. Oder Sat.1 hat Interesse:

Quietsch! Die Fahrradshow.

Arghh! Die Friedhofsshow.

Rungs! Die Trennungsshow.

Wow! Die Peepshow.

Puuups. Die Show der Flatulenzen.

ach ja, und: Switch! Die Show des endgültigen Ausschaltens von Sat.1, wie gesagt 150 Euro pro Titel…

aber Vorsicht. Dieser Beitrag steht im Internet. Kann also unter Umständen dumm machen.

02
Apr
08

Idee: