Das der österreichische Film seinen eigenen Witz hat, ist mir als Exildeutschem nach „Das Fest des Huhnes“, „Müllers Büro“ und „Komm, süßer Tod“ natürlich klar.
Platter Slapstick (auf den man sich drei Minuten vorher freuen kann) kombiniert mit erschreckend feinsinnigem schwarzen Humor, das hab ich gestern von „Der Knochenmann“ erwartet und habe es bekommen.
Mehr als mir lieb war, und für mehr Geld als mir lieb war. (9,10 € – dafür konnt ich vor drei Jahren noch eine Frau und eine Packung Popcorn mitnehmen)
Nach der Hannibal-Trilogie Quatrologie und „Delicatessen“ dürften Menschen die gegen ihren Willen und ohne ihr Wissen andere Menschen essen nicht mehr schockieren. Ebensowenig wie abgehackte Finger und fachmännisch vom Schlachter zerkleinerte Menschen. Blut fließt nämlich genug im Knochenmann, fast schon zuviel für meinen Geschmack.
Dafür ist die etwas übertriebene Blutrünstigkeit des Filmes durch großartige Nahaufnahmen und eine wunderbare Bildästhetik entschuldigt. Es lebe die große Leinwand. Wie sonst soll man die säuberlich arrangierten Morde verfolgen.
Eine kaputtgeschlagene Flasche steckt im Hals des Bösewichts und dessen Blut fließt säuberlich säuerlich durch den Flaschenhals. Ganz wie ein eben geöffneter Rotwein.
Oder der abgehackte Finger, der durch die halbe Küche fliegt. Und um das angeborene Entsetzen vor frischem Blut weichen zu lassen, hüpft der Finger in die Marinade für das Backhendl. Und von den wunderbaren Großaufnahmen diverser Zerkleinerungsmaschienen hab ich noch nichts erzählt, aber das spar ich mir auch. Habe gerade gut gegessen.
Diese hervoragende „Kulisse des Skurielen“ wird bespielt von einer erstaunlich harmonischen Gruppe. Die Hauptdarsteller Josef Hader als „Brenner“ und Josef Bierbichler überbieten sich in stoischem Sarkasmus.
Bierbichler dominiert diesmal als mordender Wirt „Löschenkohl“ mit seiner fantastischen Mimik; Hader bleibt bescheiden bei seinem (gewohnt) trockenen Humor. (Nicht gegen Hader, im Gegenteil) – Schade nur, dass Simon Schwarz so selten zum Zuge kommt. Wenn, dann ist und bleibt er aber der Held der Blödheiten
Birgit Minichmayr darf leider nur mitspielen und Hader den Kopf verdrehen. Das macht sie hervorragend. Ihre beste Stelle hat sie wohl, als sie eine Flasche Eierlikör fallen lässt und gleich darauf eine Flasche Rotwein. Diese wunderbare Brühe auf dem Boden der Schlachterrei hätte der sonst so bildgewaltige Regiseur Wolfgang Murnberger ruhig etwas länger zeigen können.
Trotz Wucher also ein empfehlenswerter Film, eine schwarze Komödie in bester Manier.

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