Archiv der Kategorie 'Mich'

21
Nov
09

Überall Leichen

Es war ein bißchen zu viel der morbiden Themen in den letzten Tagen. Der wöchentliche Kaffeesatz zwang mich gleich doppelt über das Sterben nachzudenken, die ZEIT von letzter Woche hält mir fünfzig vorbildhafte Tote entgegen, der Kollege Klepej übertreibt seine Aufgeregheit mal wieder und erklärt die Europäische Union für gescheitert (=Tod) und im gerade gelesenen Kapitel von Vilém Flusser hieß es:

Die Bilder werden dann immer das gleiche zeigen und die Menschen immer das gleiche gezeigt bekommen wollen. Der Mantel der ewigen und unendlichen Langeweile wird sich über die Gesellschaft breiten. Sie wird in Entropie verfallen, und diesen heranrückenden Verfall können wir bereits konstatieren. Er äußerst sich in der Selbstlüsternheit der Empfänger: Es müssen immer neue Bilder her, weil alle Bilder längst dazu neigen, langweilig zu werden. Der Verkehr zwischen Bild und Mensch weist der Entropie zu, dem Tod entgegen.

Und das schlimmste: Ich kann noch nicht einmal voller Überzeugung dagegen schimpfen, dass es angeblich überall nur noch schlimmer wird und wir (bzw. Die ZEIT)  unsere Vorbilder nur noch unter den Verstorbenen finden. Ist das die Herbstdepression? Lichtmangel führt ja zu vermehrten Melatoninausstoß und zu weniger Serotonin.

Saisonale Morbidität.

Das wäre noch zu ertragen, dann könnten wir einfach bis zum Frühling die Musik lauter drehen. Aber was wenn das alles nichts mit der Jahreszeit zu tun hat? Nehmen die Menschen deshalb so viele Drogen?

Ich wüsste wirklich gern einen fundierten Ausweg, aber Ernsthaftigkeit ist kein guter Ratgeber. Und Henry Miller auch nur Verdrängung. Bleibt, doch nur auf die von der ZEIT vorgeschlagenen „Vorbilder“ zu hören: Rosa Luxemburg:

Mensch sein ist vor allem die Hauptsache. Und das heißt: fest und klar und heiter sein, ja, heiter trotz alledem und alledem, denn das Heulen ist das Geschäft der Schwäche. Mensch sien heißt, sein ganzes Leben auf des Schicksals großer Waage freudig hinzuwerfen, wenn’s sein muß, sich zugleich aber an jedem hellen Tag und jeder schönen Wolke zu freuen …

Schade nur, das diese Heiterkeit laut Alice Bota „tief aus einer zerissenen, verletzten Seele“ kam. Dass bringt also auch nicht weiter.Und deshalb lieber warten ohne zu erwarten. Erwartungen sind potentielle Enttäuschungen. Warten ist die Bereitschaft zum Glück. Ja, etwas das sein kann:

Eine bessere Welt, von der wir nicht wissen wie sie aussieht, aber für die wir alles tun. Vorbild sein, auch wenn niemand da ist, der sich eines an uns nimmt. Die Bilder ignorieren und verschwinden lassen – die Augen schließen um wieder sehen zu lernen. Über das Leben nachdenken, und nicht über den Tod.

Ein Illussion die uns fürs erste glücklicher macht, als alles was uns erwartet. Es bleibt ohne Zutun einfach alles liegen. Eine Enttäuschung, die nicht unsere ist, bleibt zurück. Und wir transportieren uns ohne Verlust, ohne zu wissen wo wir wie ankommen.

08
Okt
09

Prüfungen abschaffen

Keine Illusionen. Ich erwarte schon nicht mehr, dass ich etwas ändert. Dafür kann ich nur umso freier herumdenken und eine Vorstellung von Universität entwickeln, die sich an keiner Realität wird messen müssen. (Außer an meiner)

Ein Wunsch kann nicht widerlegt werden. Erst recht nicht von den Vertretern des Status Quo. Denen, die gerade wieder fleißig Prüfungsbögen austeilen um die „Qualität der Ausbildung“ zu sichern. Lernerfolge messen. Mit solch höheren Zielen kann ich Ihnen leider nicht dienen. Ich studiere wahrscheinlich in den Augen einiger Kollegen auch nur noch, weil die Qualitätssicherung nicht mit der nötigen Härte praktiziert wird.

Zum Glück gibt es die anderen: Eine reizende Dozentin meinte heute:

„Ich bin nicht hier, um euch auf die Prüfung vorzubereiten“.

Und erntete dafür VON DEN Studenten eine erstaunliche Portion „Ja, aber…“.

Die Prüfung und die gute Note als wichtigstes Grundbedürfnis neben Nahrung, Schlaf und warmer Kleidung? Zahlen zwischen 1 und 6 als Maßstab der eigenen Leistung, vielleicht sogar als Anspruch? Wenn sich Studenten schon wünschen, dass ihre geistigen Freiheiten dadurch eingeschränkt werden, dass sich alles nur noch um den alles entscheidenden Fragebogen dreht, ist alles zu spät. (Glauben Sie nicht, wir können unsere Bestätigung und Kritik auf anderem Wege erlangen? Reden wäre da eine Variante. Lob, Kritik, Auseinandersetzung, Rechtfertigung. Vorstellbar?)

Wenn sich Studenten Beispiele und Vorgaben wünschen, statt ihre Gedanken auf möglichst großem Feld auszuspielen, ist alles zu spät. (Glaube sie nicht, dass auf einem weißen Blatt besser geschrieben werden kann als auf einem Formular? Und wer braucht überhaupt Blätter?)Die Welt

Wir sind so geprägt von falschen Anreizsystemen, kruden Orientierungen. Unsere determinierten Köpfe produzieren nur noch Mittelmäßigkeit. Ausfüllwissen. Zu viele von uns verordnen sich selbst Grenzen, weil wir seit unserer Grundschulzeit an diese Muster gewöhnt wurden, sie adaptiert haben und inzwischen kaum mehr ohne sie zurechtkommen.

Nicht aus Blödheit, sondern aus Hörigkeit. Hörigkeit gegenüber einem Apparat, der sich dazu legitimiert sieht Berufszugänge zu kontrollieren und Menschen von 1-6 zu kategorisieren. Ein Apparat, der sich dann erfolgreich nennt, wenn es viele „geschafft“ haben. Ein irres Spiel, in dem ein Apparat Regeln aufstellt, deren Befolgen er dann als Auszeichnung für die Existenz seiner Regeln versteht. (Den Satz ruhig zweimal lesen, hab ihn auch doppelt geschrieben.) Ein irres Spiel, in dem ein Apparat Regeln aufstellt, deren Befolgen er dann als Auszeichnung für die Existenz seiner Regeln versteht.

Zensuren spielen keine Rolle mehr. Außer für den Apparat. Außer für jene, die sie eine Rolle spielen lassen.

Wir kommen ohne sie zurecht. Wir, die Welt voll von klugen Leuten.

Stellen sie sich vor, Schulen und Universitäten ohne Noten. Plötzlich wäre wirklich jeder gezwungen klug zu sein.

Klug zu werden. Zumindest im Ziel sind wir uns ja hoffentlich einig.

01
Okt
09

keine Leichen

Ja, aus meiner Abstinenz von dieser morbiden Webseite können Sie schließen, das ich die Welt im Moment grundsätzlich ganz in Ordnung finde. Oder eines Kommentares unwürdig. Weiß selbst nicht so genau. Aber hier ist einfach kein guter Platz für die schönen Dinge. Das Internet ist ja groß genug.

Und worüber sollte ich mich den ernsthaft beklagen, außer über die immergleichen Dummheiten? Entweder ist es irrelevant, wird schon ausreichend bebloggt oder geht niemanden etwas an.

Und kommen Sie, selbst diese ganzen Wahlergebnisse – in vier Jahren wird wieder gewürfelt. Die Kurzlebigkeit unsere Demokratie lässt doch nun hoffentlich jeden alles ertragen. Auch wenn es schmerzt. Aber  ein bißchen Fremdschämen für künftige Außenminister und Pseudo-Datenschützer hat noch niemandem geschadet. Die FDP trägt ja auch kein L(iberal) im Namen, denn das müsst dann vielleicht zu den Leichen gezählt werden, aber so. Machen Sie sich nichts draus. Man kann ja auch im Amt wachsen.

Wenn man den eines hat.

So wie der Herr Turnherr (für die Kollegen aus Winterthur, das ist der Chefredakteur des FALTER, ein Blatt, das man durchaus lesen sollte.). Aus 800 Kilometer Entfernung dringen dann nämlich nur noch die klugen Sätze ans Ohr.

Wie war das? Narzissten? GENAU. Kluger alter Mann. Narzisten sind wir doch irgendwie alle. Willkommen im Club, hat ja noch niemanden umgebracht.

Das wir deswegen plötzlich nett zueinander währen, kommt garnicht in Frage. Sie sind ja nicht in der Schweiz. Ich schon. Und das macht es erheblich einfacher. Wenn schon nicht leichter.

Also, das wollte ich Ihnen eigentlich empfehlen. Schalten Sie aus. Sonnenuntergang ist besser als Internet. (Ich kann es, dank Schweizer Berge ganz gut verbinden). Also ausschalten, machen gerade einige kluge Freunde. Hier werden sie vorerst auch nichts verpassen. Glaube ich. Und wenn doch, lesen Sie es halt später.

Oder nicht. Sie würden sich nur ärgern. Hören sie lieber gute Musik zum Sonnenuntergang. Wir hören uns, wenn Sie nett sind.

25
Jul
09

auflösen

Zwei Jahre in Graz. In ein paar Tagen bin ich weg.

Es ist zwar nur ein halbes Jahr, aber nachdem ich meine Wohnung auflöse, alles halbwegs Entbehrliche wegwerfe und nur mit dem weiterziehe, was ich tragen kann, ist es doch etwas mehr als nur ein längerer Urlaub.

In Graz bleiben ein paar liebgewonnene Freunde und ein paar Kisten mit Büchern. Zwei Gründe wiederzukommen, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie lang ich dann bleiben kann. Es ist kein Abschied, keine Auszeit, eher eine Diffusion. Ich verteile mich im Raum und von allem bleibt etwas hängen. Auflösen ist meine Möglichkeit Neues zu sehen. Einen neuen winzigen Winkel dieser Welt kennenzulernen.

Ein halbes Jahr Winterthur

Neues Programm im gleichen System. Es bin gespannt welche Feinheiten es dort sein werden, die es auch hier in Graz unmöglich gemacht haben, die Welt zu verstehen – das ewig Unbegreifliche. Die Unmöglichkeit der Daseinsfrage. Die beeindruckende Zufriedenheit mit dem Status Quo. Der warme, immer etwas zu bittere Kaffee, bei dem alles Bedeutende ein wenig „relativ“ ist.

Dresden

Die Heimat der Schlachhöfe. Einen Monat durch das eigene Fotoalbum wandern, immer mit der Hoffnung zu entkommen. Alles Aufgelöste fügt sich für Momente wieder zusammen.

05
Mai
09

Lassen Sie es mich Film nennen…

Entweder sollte ich dieses Viedeo wortlos präsentieren, oder aber mit einigen Erklärungen. Entschieden hab ich mich für Zweiteres.
Also:
„Auftraggeber“ war die FH JOANNEUM.
Für die Lehrveranstaltung Cultural Studies sollen wir einen Künstler in einem 9-Minuten-Portrait vorstellen und dazu noch einen Film über ein aktuelles Projekt drehen. Ich hatte, das kann ich inzwischen sagen, das Glück die Jazzmusikerin Ángela Tröndle zu porträtieren.
Teil Eins ist fertig, das Video zur Jazzwerkstatt Graz ist in Arbeit.

Die Zutaten für diese Film:

  • Eine gute Musikerin: Ángela Tröndle
  • Eine super Partner und Kameramann: Thomas Pokorn
  • Kaffee im Tribeka
  • Zeit, viel Zeit (2 Drehtage, 5 Schnitttage)
  • Technik, viel Technik (Eine Kamera, 3 Mikros, 2 Leuchter, Stativ, unzählige Kabel, Computer, Schnittprogramm, Werch…)
  • Ausbildung ( Schon anderthalb Jahre( in denen mir wechselnd jede Kompetenz abgesprochen, oder eine gute Zukunft versprochen wurde)
  • Diskussion (Zuletzt noch einmal zwei lohnenswerte Stunden)

Viel Spaß, Kritik erst ab morgen…

01
Apr
09

Lesen und Schreiben

Es ist mal wieder so weit: Zeit für egoistische Selbstreflektion.

Normalerweise macht man das zu regelmäßigen Blogjubiläen, aber die meisten von Ihnen kennen meine grundsätzliche Ablehnung von zeremoniellem Geburtstagsgehabe. (Heist nicht, dass ich keine Geschenke haben will, nur eben unterm Jahr, das erhöht auch den Überraschungseffekt)

Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern um die „Regelmäßigkeit“ mit der ich hier anscheinend nicht ganz ohne Ihr Interesse schreibe. (An dieser Stelle vielen Dank für Mühe und Aufmerksamkeit an die meisten Kommentatoren)

Nur, mit der aktuellen Form der „Unregelmäßigkeit“ bin ich nicht zufrieden. Nicht, dass ich wieder zum regelmäßigen Montagspost zurückkehren will, aber ich befürchte, die fehlende Artikulations-Organisation könnte zu einem ähnlichen Ende führen, wie es zahlreiche Blogs im letzten halben Jahr erfahren haben. Meine Gast-Autorenschaft bei rigardi ist schon viel zu sehr auf dem weg dahin.

Dabei währen G20-Treffen, 60 Jahre NATO und bevorstehender EU-Wahlen natürlich Ideale Themen, um  zu schreiben.

Aber leider sind sie der Grund NICHT zu schrieben.

Je mehr Dinge es gibt, über die ich schreiben will, umso mehr will ich auch vorher lesen. Dabei wird es zunehmend schwierig, dem Lesen (nennen wir es ruhig Recherche) ein Ende zu setzen und einen, möglichst geistigen, Erguss freizulassen.

In letzter Zeit war es meist soweit, wenn ich der Lektüre überdrüssig war. Leider ein sehr zufälliger und inzwischen immer seltener Fall.

Zudem mündet der Großteil des produktiven Hirnschmalzes in „Erledigungen“ für die Uni oder aber in liebgewonnene Projekte wie JUKreiz.

Nicht, dass es schade darum wäre, im Gegenteil. Nur bieten sowohl Radiosendung als auch Podcast nur begrenzte Möglichkeiten, außerdem fördern sie kaum, was ich dringend nötig habe. Nämlich Schreibpraxis. Auch den Ansatz den Markus Zottler hier vorgestellt hat, musste ich (wie offensichtlich auch er) wieder aufgeben. Die entstandenen Vielschreibattacken waren zwar produktiv, aber voller Fehler.

Solange ich keine besser Idee habe, wer ich es wohl bis zum Sommer so versuchen:

Zwei Tage lesen, einen Tag schreiben.

Das heist nicht, dass sie jetzt aller drei Tage hier etwas lesen müssen, aber hoffentlich doch, dass etwas mehr vom „Rezeptionsschmalz“ zu „Artikulationsschmalz“ verdaut wird.

Ich bin selbst noch skeptisch, ob dieser merkwürdigen Regel, aber nachdem die Kantsche Methode:

„Die Visionen von heute sind die Ideen von morgen, und diese Ideen werden die Realität von übermorgen sein, wenn wir sie nur beharrlich verfolgen“

eher dazu führt, sich mit dem bloßen (Nach-)Denken zufrieden zu geben und auf „übermorgen“ zu warten . Aber in keinster Weise regt diese Einstellung zur Produktion an. Einen Versuch sollte die Regel also Wert sein.

__________________________

Darüber hinaus, darf ich in diesem eh schon völlig Egoistischen „Tagebucheintrag“ noch auf eine (schau an, es geht doch) Produktion hinweisen.

Bis jetzt hatte ich es leider verabsäumt, das großartige FAZIT hier zu erwähnen. Dank Chrisitian konnte ich dem geschätzten Markus Zottler ein Interview veröffentlichen.

Gedruckt. Auf echtem Papier. Zum Anfassen.

Das ist dann doch nochmal schöner, als alles was hier so in diesem Internet artikuliert wird. Trotzdem auch an dieser Stelle die Online-Version des Interviews mit der SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas:

„Das ist ein Einsparungspotential“

(Und sehen sie, diese Seite Texte habe ich an diesem ersten April nur zusammen gebracht, weil ich bis jetzt kaum gelesen habe. Die nächste ist auch schon in Arbeit, und wird sich einmal mehr mit dem Zusammenspiel von Online- und Offline-Welt befassen. Auf Wunsch einer lieben Freundin, denn „Auftragstexte“ sind eh die beste Motivation und der beste „Zwang“ zu Regelmäßigkeit)

10
Mär
09

Prüfungen

Für die Interessierten:

Markwirtschaft bestanden. In Russisch eine Punktlandung.

Für dieses Semester kann es nur noch an Beistrichfehlern scheitern.

26
Feb
09

einiges vorbei -über Ziele und Vorhaben

So die Markwirtschaftklausur ist vorbei, hoffentlich positiv.

Das hier vorgenommene Vorhaben hab ich zwar nicht zur Gänze umgesetzt, aber meinem Ziel der konzentrierten Prüfungsvorbereitung (wann mach ich sowas schon mal) hat es unheimlich gut getan.

Wirtschaft ist etwas sehr feines. Mein Interesse an der alltäglichen Pareto-Effizienz (das müssen sie schon selber nachschlagen) bleibt ungebrochen. (Ich überlege in welcher zwanglosen Form sich das Interesse eines erstaunlich interessierten und kundigen Publikums fortsetzen lässt.)

Und da wird auch klar, das ich Vorhaben und Ziele effizient verteilen muss. Die Indifferenzkurve ergibt da erstaunlich viele Möglichkeiten.

Ich stelle nur fest, das Vorhaben etwas sehr feines sind, weil sie nicht unbedingt umgesetzt werden müssen. Hat aber jemand zu viel vor, kann es schnell dazu kommen, dass er seine Ziele nicht mehr erreicht.

Dabei sind Ziel doch eben jene, die es nach eigenem Dafürhalten unbedingt zu erreichen gilt.

Den nächsten Zug, um nur ein Beispiel zu nennen. – Das klingt jetzt schon verdammt nach der Lebenshilfe eines Apothekenkalenders, und davon nichts wie weg…

Kruzfristig hab ich mir viel vorgenommen: Abgabetermine einhalten, nach Wien fahren, Laura Rudas interviewen, russisch lernen, die Welt verstehen, die Welt verbessern (wenn gewünscht auch retten), viele kluge Bücher lesen, podcasten, und überhaupt ganz medial sein. (Hier müssen sie klicken, das ist der Link zur NEUEN Seite von JUKreiz; Sie MÜSSEN)

Langfristig hab ich einige Ziele, die kann ich Ihnen aber nicht verraten, nur so viel, einiges von den genannten Vorhaben will ich bestmöglich machen, das ist jetzt wieder ein Ziel (und auch noch kurzfristig)

Also gezielte Vorhaben. Feine Sache. Machen Sie mehr davon.

10
Feb
09

UNI 2.0 – über Perspektiven On- und Offline

Auf dem Kalgenfurter Barcamp haben Luca Hammer und ich über die Online-Entwicklungen an der Uni Wien (Publizistik) und der FH JOANNEUM (Journalismus und PR). Ausgangspunkt war die ähnliche Motivation zu diesen Artikeln. (meine beiden)

Diesmal haben wir uns aber recht schnell von der Frage verabschiedet, welche technischen Kenntnisse vorausgesetzt werden können, um Studenten ein Plattform zum vernetzen Lernen zu bieten. Diesmal haben wir, auch dank den weit über die Session hinausgehenden Anregungen der anderen Barcamper, über ein wohl entscheidenderes Problem gesprochen.

Hier schreibe ich nun in zwei Kontexten gleichzeitig. Zum Einen will ich die Gedanken der Session bündeln, zum anderen versteht sich der Beitrag auch, als Apell an meine Kollegen.  – Von denen mich einige gerade beeindruckend davon überzeugen, das ich mit einigen Vorwürfen Unrecht habe.

Luca und ich nehmen an, dass die nötige Einstellung von Lehrenden und Studenten zum Internet ist wohl wichtiger, als das technische Verständnis.

Eine generelle Ablehnung des Internet dürfte weder bei Studierenden, noch bei Lehrenden der Fall sein. Die Älteren erkennen die Notwendigkeit und Relevanz des Mediums, die Jüngeren sind damit groß geworden.

Warum also reduziert sich der digitale Wissensaustausch, das vernetzte Organisieren auf einen verschwinden geringen Prozentsatz? Warum tauscht die große Masse nur Partybilder und Flirtbotschaften über StudiVZ?

Erklärender Vorwurf und vorwurfsvolle Erklärung.

Dem Großteil der Studenten, ich rechne mit über 75%, ist der Inhalt und Qualität ihrer Lehre, Wissensaustausch über ihre Themen, Vernetzung mit ähnlich Interessierten schlicht egal. Einen Abschluss bekommt man nicht durch intensive Selbstreflexion, Diskurs, einen weiten Horizont.

Einen Abschluss bekommt Ihr durch Anstand, Anwesenheit, Auswendiglernen und Antizipation. Ach ja, und durch richtig gesetzte Beistriche. Alles wichtige Skills für den Rest des Lebens, ohne Frage, aber für all das braucht ihr kein Internet und kein engagement. Den Abschluss gibt’s auch so, nach 4 Jahren ist es vorbei. Ein Schein auf dem steht, das ihr alles könnt, was euch nicht interessiert. Kann es das gewesen sein?

Darum haben sie selbstverständlich kein INTERESSE Webtools zu nutzen, die das möglich machen würden. Darum haben sie auch klein Interesse, gegen unfähiges Lehrpersonal aufzubegehren. Egal wie groß der Konsens darüber wäre. Aufbegehren gehört nämlich nicht zu den Skills die zum Abschluss führen. Leider. (Auch hier gilt: Ein warmer Sonnenstrahl, für diejenigen, die mich gerade eines Gegenteils belehren.)

Seit langem versuche ich, euch mit teils untergriffiger Provokation aus eurem bornierten Desinteresse zu holen. Sowohl Notwendigkeit als auch Methode überdenke ich regelmäßig. Viel lieber wäre mir ein motivierender Positivismus, deshalb ein paar erste Schritte von mir. Vielleicht auch ein paar von euch:

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich aus einem quälend beginnenden Interesse an einer „SACHE“ recht schnell ein leidenschaftliches Interesse entwickelt. Wenn ich erst einmal merke, was ich mit dem Wissen über ein Thema anfangen kann, dass mich dieses Spezialwissen auch ganzheitlich weiterbringt (weil ich nämlich ständig kritisiert werde,  debattieren und dazulernen muss), wenn das erst einmal eintritt, dann geht es von ganz allein.

Und wenn es ein Thema wie Twitter ist.Für jedes Thema gibt es andere Fans. „You will find your audience.“

Den Magister of Irgenwas bekommt heutzutage jeder. Zumindest wenn er nach den oben genannten Regeln spielt.  Zum Experten eines Themas werdet ihr nur durch Eigeninitiative. Die kann euch kein Internet bieten.

Das Internet macht es nur einfacher Informationen zu finden, sie zu organisieren, sie zu teilen, dadurch andere Interessiert zu finden. Wissen zu entwickeln. Experte zu werden, für ein Publikum, dass genau danach sucht.

Ich werde weiter Tool nutzen, die mich klüger machen, und hoffe, dass kollektives Lernen nicht einseitig bleibt. It’s so easy.

  • Ideen in Spreadsheets entwickeln. Mit denen die es wollen. OH YEAH.

  • Den universitären Tagesablauf über einen geteilten Googlekalender organisieren, der zwar nur von der Hälfte der Leser auch befüllt wird. Soll Evil-Google doch wissen wann ich im Unterricht sitze.

  • Und ich werd weiter über euch schimpfen, die Ihr all das nicht wollt/könnt/macht. Ich versteh es einfach nicht. Nach den Diskussionen mit euch nur umso weniger. Im Gegenteil, meine Schlimmsten Befürchtungen werden zu selbsterfüllenden Prophezeihung. Meine Angst, das ihr kein Interesse, keine Begeiserung für IRGENDETWAS habt, bestätig Ihr mit täglichem Schweigen. Das es sonst niemand stört, auch das geschätzte Kollegium nicht, führt jetzt zur traurigen Frage, ob ich einfach 320 Jahre zu spät geboren bin. Das gabs zwar kein Internet, aber darauf hätte ich dann auch gern verzichtet…

By the way. Die schönen Menschen, die man über das Internet so kennen lernen kann, gibts wieder mal bei Flickr. Unvorstellbar, was die alles wissen.

21
Jan
09

aus aktuellem Anlass (und für Eishockeyfans)

…möchte ich auf die PeRklärung hinweisen.

Viel mehr aber auf den von Sebastian Bauer und mir produzierten Beitrag zum letzten Heimspiel des ATSE:

Diesen Samstag gehts wieder „aufs Eis“… Der Beitrag ist dann im ATSE-Kanal zu finden.