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Ich bin gedanklich immer noch bei meinem letzten Blogeintrag. Und meine Reaktion, die Kommentare, die Zugriffszahlenn zeigen: Das Web ist ein Emo.

aber warum: eigentlich ist das Internet viel zu steril für Gefühle, viel zu schnell für so etwas langsames und zehrendes wie Sehnsucht.

Aber das Web scheint diese natürliche Sehnsucht nach Aufmerksamkeit, nach Beachtung und Verständniss zu erfüllen. Was ich vor einiger Zeit noch als gefährliche Bestätigung für politische Meinungen gehalten habe, sieht aus diesem Blickwinkel aus wie eine Zuflucht, für Menschen in eine Welt, in der sich kaum noch jemand leisten kann SICH auszuleben. Zugriffszahlen und Kommentare die zeigen, das andere so denken wie ich, so fühlen. Das bringt vielleicht mehr Bestätigung als der Alltag. Je mehr ich von mir zeige, je eher sich anonyme Leser dadurch nicht nur angesprochen werden, sondern sich auch angesprochen fühlen, desto eher bekomme ich dafür Beachtung. Wenn der Leser sich nicht mehr anonym fühlt und es doch bleiben kann ist diese ursprüngliche Grenze und Eigenart des Webs überwunden.

Wenn die Anonymität durchbrochen wird, durch eine gemeinsame Gefühlsebene die tiefer geht als der Austausch über Technik, Politik…, wenn hinter dem schönen Avatar plötzlich etwas aufscheint, dass aus der Zweidimensionalität des Web hervortritt und eine vertraute Gestalt annimmt, wenn aus dem Autor eine Person wird, dann passiert wohl genau so eine literarische Identifikation wie in einem guten Buch.

Etwas phantastisches (im Sinne von nicht real vorhanden) wird plötzlich Bestandteil der eigenen Realität. Das Web hat wahrscheinlich sogar die Möglichkeit dies noch stärker als jedes Buch zu erreichen. Denn im Gegensatz zu den Figuren der Romane gehen wir davon aus, das die hinter der Blogfigur eine ebenso reale Person steht. Und das lässt sich bestätigen indem wir interagieren. Durch Kommentare kann ich nicht nur die Reaktion beobachten, ich kann mich der Illusion von Einfluss hingeben. Der Leser wird in seinen Augen zum Teil der geschichte die ihn so fasziniert. Und es ist spannender als jedes Buch, denn das letzte Kapitel ist noch nicht geschrieben. Noch nicht einmal gelebt.

Dieses Leben kann dank Internet fast in Echtzeit verfolgt werden. Gespannt kann jeder auf den nächsten artikel warten, darauf, ob sein Kommentar eine Rolle gespielt hat. Und dankbar über soviel Aufmerksamkeit wird die Geschichte ihre Fortsetzung finden, weil ab dem Moment, wo diese Nähe, diese anonyme Wärme einmal hergestellt ist, erhalten werden will. Erhalten werden soll. In der live-Geschwindigkeit des Web kann sich also durchaus das wunderbar langsame Entwickeln.

Seine Grenze hat es wahrscheinlich, wenn es ins wirkliche Leben übertragen werden soll. Wenn sich Leser und Autor begegnen und feststellen, das es mehr gibt, als die “Figur”; mehr als das, was sich hinter dem Avatar vorstellen lässt. Realitäten die eine traumhafte Illusion zerstören. Wahrheiten jenseits von Binärcodes.

Wahrheiten können schöner

Wahrheiten können tödlich sein

Ich will warten können

Nie warten müssen, wie ich es jetzt muss.

Ich will warten können

kann alles was will

was warten

auf was warten wollen

warten auf J

warten auf morgen

“Die Forderung, geliebt zu werden, ist die größte der Anmaßungen” nietzsche

“Was nützt die Liebe in Gedanken”

warten zwischen Weisheiten

sein wollen

sein

werden

In einem Anflug von Sentimentalität hab ich nicht nur viel zu viel geschrieben, sondern auch viel zu persönlich, deshalb nur meine “Leseerfahrungen vom langen Wochenende:

Georg Franck lese ich viel zu selten, aber jedes Kapitel aus seiner Ökonmie der Aufmerksamkeit (ein lustiges Interview, was für ein Sound) ist so voller Richtigkeit. Ähnlich wie Eric-Emmanuel-Schmitt erklärt er das menschliche Verhalten auf das Einfachste und alles was er schreibt kommt einem ständig so vor, als hätte man es schon immer gewusst: „aber auch dann, wenn ein stabiles Selbstwertgefühl einmal aufgebaut ist, bleibt es auf laufende bestätigung angewiesen- Die Selbstwertschätzung wird dann nur nicht so leicht einklicken, wenn die äußere Anerkennung zurück bleibt. Eine gewisse Robustheit ist hier entscheidend…“

Wie persönlich die Wissenschaft doch sein kann. Zum Glück studier ich keine Psychologie ;-)

Wirklich neues gab es in Udo Ulfkottes: „So lügen Journalisten“. Er führt eine Ungeheuerlichkeit nach der nächsten an und erzählt von soviel Betrug, dass man allem misstraut, sogar seinen „Wahrheiteiten“. Wenn man sich die Partei Ulfkottes anschaut, bewahrheitet sich mal wieder: “Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche”. Aber ich lerne eh am liebsten vom politischen G.egner

Mindestens genau so prägend: der wesentlich schätzenswertere Thomas Leif: „Mehr Leidenschaft Recherche“ Noch spannender macht es so richtig Lust in dicken staubigen Aktenwälzern nach politischen Sauereien zu suchen. obwohl es wahrscheinlich die erste Pflicht wäre, all die Geschichten nachzurecherchieren, die in den beiden Büchern auftauchen, aber dann wäre ich wohl bis ans ende meiner tage damit beschäftigt die Vergangenheit ins rechte oder linke Licht zu rücken und das ist wohl fad.

Eine Story trotzdem für alle geschichtslehrer, besonders natürlich meine sehr geschätzten;

Guido Knopp macht nicht nur schlechte Filme, über die man diskutieren kann, seine ganze Persönlichkeit ist zu hinterfragen. Denn, der promovierte Historikus lehrt laut dem Artikel von Thomas Schuler an der Gustav Siewerth Akademie. Der leitende Senat dieser Schule stehe den „ultrarechten, gehimbündlerischen Organisationen wie dem Opus Dei, dem Engelswerk und der Psychosekte VPM nahe.“ Davon steht nicht im Wiki-Artikel. Hier die Gegendarstellung Knopps

Wenn Knopp also ein kleiner Rechter ist, der sich kritisch mit der NS Vergangenheit auseinander setzt, erklärt das zumindest vieles in seinen Filmen. Soviel zum Ernst des Lebens, es hat sich mal wieder bestätigt, das es kein Wissen geben kann, von vertrauen will ich gar nicht reden…

und zum Abschluss das Montagsvideo für die Frau mit den schönen Augen und zu wenig Zeit:

Nein, es ist nicht lustig.

Nach aufregenden tagen war für morgen und übermorgen eigentlich ein kleines Beachtournier geplant. zusammen mit “Botho” allias ZottlM

Leider hab ich mir den Knöchel verstaucht und so bleiben die nächsten VIER freien Tage für allein eine Person reserviert. (Und meine Caffee-Photoküche)

Davon unabhängig ein fröhliches Video: Es reicht sich die ersten 30 sek. anzusehen - Ein Grund mehr sich auch auf eine Bild Karriere vorzubereiten ;-)

gehabt euch wohl und schwingt die Fahnen

Wie kann man nur alle potentiellen Berufschancen so verspielen. Früher musste man berühmt sein, um sich zu blamieren, heute muss man sich nur noch komplett zum Idioten machen und wird berühmt. In dunklen Stunden sollte man sich durch das Profil von MCDom klicken.

Ich glaube, es war  Matthias Beltz der gesagt hat:

Menschen, geht in euch und bleibt dort.