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	<title>Leichen der Zeit</title>
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		<title>Leichen der Zeit</title>
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		<title>Überall Leichen</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 13:19:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michaelthurm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war ein bißchen zu viel der morbiden Themen in den letzten Tagen. Der wöchentliche Kaffeesatz zwang mich gleich doppelt über das Sterben nachzudenken, die ZEIT von letzter Woche hält mir fünfzig vorbildhafte Tote entgegen, der Kollege Klepej übertreibt seine Aufgeregheit mal wieder und erklärt die Europäische Union für gescheitert (=Tod) und im gerade gelesenen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=795&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Es war ein bißchen zu viel der morbiden Themen in den letzten Tagen. Der wöchentliche <a href="http://jukreiz.at/2009/11/20/zwei-umstrittene-rote/">Kaffeesatz </a>zwang mich gleich doppelt über das Sterben nachzudenken, die <a href="http://www.zeit.de/wissen/geschichte/2009-11/50-vorbilder-video">ZEIT von letzter Woche hält mir fünfzig vorbildhafte Tote</a> entgegen, der <a href="http://www.look.at/enlargeyourpen/archives/003773.html">Kollege Klepej übertreibt seine Aufgeregheit mal wieder und erklärt die Europäische Union für gescheitert</a> (=Tod) und im gerade gelesenen Kapitel von <a href="http://beat.doebe.li/bibliothek/b00751.html">Vilém Flusser</a> hieß es:</p>
<blockquote><p>Die Bilder werden dann immer das gleiche zeigen und die Menschen immer das gleiche gezeigt bekommen wollen. Der Mantel der ewigen und unendlichen Langeweile wird sich über die Gesellschaft breiten. Sie wird in Entropie verfallen, und diesen heranrückenden Verfall können wir bereits konstatieren. Er äußerst sich in der Selbstlüsternheit der Empfänger: Es müssen immer neue Bilder her, weil alle Bilder längst dazu neigen, langweilig zu werden. Der Verkehr zwischen Bild und Mensch weist der Entropie zu, dem Tod entgegen.<a href="http://www.flickr.com/photos/farbfilmvergesser/4099811997/in/set-72157622800501024"><img class="alignright" src="http://farm3.static.flickr.com/2688/4099811997_692d50bf92_b.jpg" alt="" width="293" height="195" /></a></p></blockquote>
<p>Und das schlimmste: Ich kann noch nicht einmal voller Überzeugung dagegen schimpfen, dass es angeblich überall nur noch schlimmer wird und wir (bzw. Die ZEIT)  unsere Vorbilder nur noch unter den Verstorbenen finden. Ist das die Herbstdepression? Lichtmangel führt ja zu vermehrten Melatoninausstoß und zu weniger Serotonin.</p>
<p>Saisonale Morbidität.</p>
<p>Das wäre noch zu ertragen, dann könnten wir einfach bis zum Frühling die Musik lauter drehen. Aber was wenn das alles nichts mit der Jahreszeit zu tun hat? <a href="http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~EA311F505A43F4D19899B3F9E74AB69CD~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell">Nehmen die Menschen deshalb so viele Drogen</a>?</p>
<p>Ich wüsste wirklich gern einen fundierten Ausweg, aber Ernsthaftigkeit ist kein guter Ratgeber. <a href="http://michaelthurm.tumblr.com/post/252148819/es-scheint-wohin-ich-auch-gehe-spielt-sich-ein">Und Henry Miller auch nur Verdrängung.</a> Bleibt, doch nur auf die von der ZEIT vorgeschlagenen &#8222;Vorbilder&#8220; zu hören: Rosa Luxemburg:</p>
<blockquote><p>Mensch sein ist vor allem die Hauptsache. Und das heißt: fest und klar und heiter sein, ja, heiter trotz alledem und alledem, denn das Heulen ist das Geschäft der Schwäche. Mensch sien heißt, sein ganzes Leben auf des Schicksals großer Waage freudig hinzuwerfen, wenn&#8217;s sein muß, sich zugleich aber an jedem hellen Tag und jeder schönen Wolke zu freuen &#8230;</p></blockquote>
<p>Schade nur, das diese Heiterkeit laut Alice Bota &#8222;tief aus einer zerissenen, verletzten Seele&#8220; kam. Dass bringt also auch nicht weiter.<a href="http://www.flickr.com/photos/farbfilmvergesser/4085609658/in/set-72157622800501024"><img class="aligncenter" src="http://farm3.static.flickr.com/2768/4085609658_26a1556538.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a>Und deshalb lieber warten ohne zu erwarten. Erwartungen sind potentielle Enttäuschungen. Warten ist die Bereitschaft zum Glück. Ja, etwas das sein kann:</p>
<p>Eine bessere Welt, von der wir nicht wissen wie sie aussieht, aber für die wir alles tun. Vorbild sein, auch wenn niemand da ist, der sich eines an uns nimmt. Die Bilder ignorieren und verschwinden lassen &#8211; die Augen schließen um wieder sehen zu lernen. Über das Leben nachdenken, und nicht über den Tod.</p>
<p>Ein Illussion die uns fürs erste glücklicher macht, als alles was uns erwartet. Es bleibt ohne Zutun einfach alles liegen. Eine Enttäuschung, die nicht unsere ist, bleibt zurück. Und wir transportieren uns ohne Verlust, ohne zu wissen wo wir wie ankommen.</p>
Posted in mediale Leichen - Internet, mediale Leichen - Print, Mich, politische Leichen  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/michaelthurm.wordpress.com/795/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/michaelthurm.wordpress.com/795/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/michaelthurm.wordpress.com/795/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/michaelthurm.wordpress.com/795/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/michaelthurm.wordpress.com/795/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/michaelthurm.wordpress.com/795/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/michaelthurm.wordpress.com/795/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/michaelthurm.wordpress.com/795/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/michaelthurm.wordpress.com/795/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/michaelthurm.wordpress.com/795/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=795&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>23.Februar 2009 &#8211; 9.November 2009 #FH-Insider</title>
		<link>http://michaelthurm.wordpress.com/2009/11/09/23-februar-2009-9-november-2009-fh-insider/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 12:38:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michaelthurm</dc:creator>
				<category><![CDATA[akademische Leichen]]></category>
		<category><![CDATA[FH JOANNEUM]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8222;Was wollen sie hier eigentlich&#8220;

Man mag den Fachhochschulen vorwerfen, dass sie in der #unibrennt-Debatte mit fataler Ignoranz glänzen, aber vielleicht brennen FHs einfach anders.
Natürlich haben wir als Studenten keine Mitsprache bei der Auswahl der Professoren, aber wir haben die Power diese Entscheidungen zu beeinflussen. Stellt euch vor, es ist Vorlesung und keiner geht hin. Wir [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=785&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:center;"><a href="http://fh-joanneum.at/aw/home/Studienangebot/fachbereich_internationale_wirtschaft/jpr/Menschen/Team/~baqn/jpr_teamdetails/?perid=4295966142&amp;lan=de">&#8222;Was wollen sie hier eigentlich&#8220;</a></p>
<p style="text-align:center;">
<p style="text-align:left;">Man mag den Fachhochschulen vorwerfen, dass sie in der #unibrennt-Debatte mit fataler Ignoranz glänzen, aber vielleicht brennen FHs einfach anders.</p>
<p style="text-align:left;">Natürlich haben wir als Studenten keine Mitsprache bei der Auswahl der Professoren, aber wir haben die Power diese Entscheidungen zu beeinflussen. Stellt euch vor, es ist Vorlesung und keiner geht hin. Wir reden einfach &#8211; mit oder ohne das Recht dazu.</p>
<p style="text-align:left;">Wir haben uns verändert. Wir haben ein bißchen FH verändert. Wir haben ohne Mitspracherecht einfach mitgesprochen. Es könnte immer so einfach sein.</p>
<p style="text-align:left;">Und wenn da wieder einmal jemand ist, der sagt: &#8222;Das geht nicht&#8220;, dann ist es Zeit es zu probieren.</p>
<p style="text-align:center;"><a title="Zitat zweckentfremdet aus derFreitag" href="http://www.freitag.de/pdf-archiv/Freitag-2009-08.pdf"><span style="font-size:x-small;"> </span></a><a href="http://www.freitag.de/pdf-archiv/Freitag-2009-08.pdf">&#8222;Empörung ist eine Tugend und Reichtum Geschmacksache&#8220; </a></p>
Posted in akademische Leichen  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/michaelthurm.wordpress.com/785/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/michaelthurm.wordpress.com/785/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/michaelthurm.wordpress.com/785/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/michaelthurm.wordpress.com/785/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/michaelthurm.wordpress.com/785/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/michaelthurm.wordpress.com/785/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/michaelthurm.wordpress.com/785/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/michaelthurm.wordpress.com/785/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/michaelthurm.wordpress.com/785/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/michaelthurm.wordpress.com/785/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=785&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Gedanken zur Party #unibrennt Wien</title>
		<link>http://michaelthurm.wordpress.com/2009/10/23/gedanken-zur-party-unibrennt-wien/</link>
		<comments>http://michaelthurm.wordpress.com/2009/10/23/gedanken-zur-party-unibrennt-wien/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 23:14:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michaelthurm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschehen]]></category>
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		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wien ist weit weg, aber Dank Twitter, Livestream und Luca hab ich doch einiges von der Besetzung der Wiener Hauptuniversität mitbekommen.
Meine Solidarität reicht nur leider nicht soweit, dass ich mich kurzfristig auf 12h Zugfahrt begebe und so wird mein Beitrag lediglich ein theoretischer sein.
Bis jetzt scheint es, wie Luca bemerkt, an Realismus und Deutlichkeit der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=748&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wien ist weit weg, aber Dank <a href="http://twitter.com/#search?q=unibrennt">Twitter</a>, <a href="http://qik.com/nacaseven">Livestream</a> und<a href="http://www.2-blog.net/2009/besetzung-der-uni-wien"> Luca</a> hab ich doch einiges von der Besetzung der Wiener Hauptuniversität mitbekommen.</p>
<p>Meine Solidarität reicht nur leider nicht soweit, dass ich mich kurzfristig auf 12h Zugfahrt begebe und so wird mein Beitrag lediglich ein theoretischer sein.</p>
<p>Bis jetzt scheint es, wie Luca bemerkt, an Realismus und Deutlichkeit der Forderungen zu fehlen. Aber Protest hat ja auch nicht die Aufgabe, fertige Lösungen zu präsentieren, sondern Diskussionen anzuregen. Das dieser Protest in Form einer großen Party stadtfindet, halte auch ich für einen nicht gerechtfertigten Kritikpunkt. Die Party ist die Proteskultur unserer Generation (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=J_DRAIGbvUw">1</a>, <a href="http://jukreiz.at/2009/10/20/scharf-nachdenken-gut-feiern/">2</a>) sie ist das Mittel zur Mobilisierung.</p>
<p><a href="http://www.malen-nach-zahlen.at/?page_id=2"><img class="aligncenter" title="Besetzung Audimax" src="http://www.malen-nach-zahlen.at/wp-content/uploads/IMG_1724-klein1.jpg" alt="" width="640" height="480" /></a></p>
<p>Im Audimax Wien wurden gestern also folgende Forderungen &#8222;beschlossen&#8220;.</p>
<p>Ausgegangen sind sie von der <a href="http://www.malen-nach-zahlen.at/?page_id=144">Universität der Bildenden Künste, die wohl den fundiertesten Anstoß</a> für die Proteste gegeben hat, erweitert wurden die Kurzforderungen wie schon erwähnt von <a href="http://www.2-blog.net/2009/besetzung-der-uni-wien">Luca</a> <em>(Zitate folgend kursiv)</em>, ich werde sie hier weiter diskutieren und hoffe, dass sich weitere Studenten und Professoren finden, die sich daran beteiligen.</p>
<p><strong>Demokratisierung der Universitäten</strong><br />
Studenten sind der Souverän der Universität. Sie müssen in allen wesentlichen Fragen (Curriculum, Personal) mit- entscheidungsberechtigt sein. Zudem gibt es aber ein übergeordnetes Interesse, Vergleichbarkeit bei Bildungsabschlüssen zu erzielen. (Gibt es das? Ist diese durch den Bologna-Prozess gegeben?)</p>
<p>Ein Studienabschluss, der vom Staat vergeben wird soll nicht beliebig sein. Der Staat als Finanzier des Bildungssystems hat also auch ein Recht über die Bedingungen zu entscheiden, unter denen jemand am System teilhaben darf und unter welchen er es mit einem Abschluss wieder verlässt.</p>
<p>Dabei ist der Staat seiner Verfassung verpflichtet, die Gleichheit fordert, bejaht und fördern muss. Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren widersprechen diesem Ansatz, sind aber bisher das einzige Mittel die große Zahl der Studierenden zu bewältigen. Warum aber, werden Vorlesungen nicht längst elektronisch gehalten, via Youtube ausgestrahlt (<a href="http://www.youtube.com/user/MIT#p/a">so wie es das MIT z.Bsp. macht</a>). Warum wird die Kapazität des Bildungssystems an der Größe der Hörsäale fixiert?</p>
<p>Wenn wir aufhören Studenten für einen optiomalen Arbeitskräftemarkt auszubilden, dann werden Studenten ihr Studium abschließen, die dabei Freude hatten und den Arbeitsmarkt selbst gestalten, weil sie eben nicht nur eine Stelle ausfüllen. Professoren und Unis sind nicht die Dienstleister des Arbeitsmarktes, sondern der Studenten. Ihre Anforderungen und Bedürfnisse sollen die Lehre bestimmen, nicht der Arbeistmarkt.</p>
<p><strong>Selbstverwaltung der Universitäten</strong><br />
<em>Universitäten dürfen nicht von der Politik der aktuell regierenden Parteien abhängig sein. Es muss dafür gesorgt werden, dass sie das nötige Geld und Macht bekommen über sich selbst zu bestimmen.</em></p>
<p>Die Autonomie der Universitäten muss zusätzlich eigene Konzepte der Ausbildung ermöglichen. Fachhochschulen und Universitäten sollten nicht die einzigen Modelle sein, die in Europa Platz haben.</p>
<p>Kontrolliert und Evaluiert werden diese Systeme durch den Souverän, die Studenten.</p>
<p><strong>Transparente Finanzierung der Universitäten</strong><br />
<em>Wohin fließt wie viel Geld und warum. </em>Wer ist an der Entscheidung daran beteiligt? Warum muss Bildungspolitik beim Haushalt mit anderen Bereichen konkurrieren. Bildung muss Bedarfsdeckend und nicht Mindestfinanziert werden.</p>
<p><strong>Freie Masterzugänge</strong></p>
<p>Wenn wir Autonomie und Selbstverwaltung fordern, muss gewährleistet sein, dass Teilnehmer an Masterstudiengängen dazu befähigt sind und die nötigen Vorkenntnisse haben. Das kann durch einen Aufnahmetest geschehen, der sich am Wissen und nicht an der Zahl der möglichen Sitze bemisst. Das kann dadurch geschehen, dass die Abschlüsse des ersten akademischen Bildunsweges nicht von den Universitäten vergeben werden (die immer daran interessiert sind, wenig Durchfaller zu haben) sonder durch eine unabhängige (staatliche?) Prüfungsagentur. Ergebnis wäre evtl. ein ähnliches Model wie das Zentralabitur.</p>
<p><strong>Abschaffung aller Bildungs- und Studiengebühren</strong><br />
<em>Studiengebühren schließen Menschen vom Zugang zu Bildung aus und Reglungen wie dass man in der Mindeststudiendauer keine bezahlen muss, sorgen lediglich dafür, dass einfache Lehrveranstaltungen bevorzugt werden und die Leute durch das Studium hasten, anstatt sich Wissen anzueignen.</em></p>
<p>Denkbar sind evtl. Absolventenbeiträge, die nach erfolgreichem Start ins Berufsleben gezahlt werden. Ob direkt an die Universitäten oder über eine Bildungssteuer ist zu überdenken. Der Kerngedanke für seine Ausbildung einen finanziellen Beitrag zu leisten, ist nicht verkehrt, sondern er muss nur so konstruiert werden, dass er keine Zugangsbeschränkung darstellt. Wennwir Bildung weiter als Staatsaufgabe verstehen, müssen wir bereit sein Modelle zu akzeptieren, die den gestiegenen finanziellen Bedürfnissen Rechnung tragen.</p>
<p><strong>Keine Aufnahmeprüfungen</strong><br />
<em>Aufnahmeprüfungen schließen ebenfalls Menschen von Bildung aus. Sie nehmen den Leistungsstand von wenigen Stunden und bestimmen damit das gesamte Leben.</em></p>
<p>Um diese Forderung durchzusetzen müssen zwei Vorraussetzungen erfüllt sein.</p>
<p>1. Vorbildung</p>
<p>Die schulische Vorbildung muss gut genug sein, um zum Studium zu befähigen. Das Zentralabitur ist auf diesem Weg ein sinnvoller Schritt. Förderkurse oder die existierenden Vorkurse ebenfalls</p>
<p>2. Infrastruktur</p>
<p>Freier Zugang heisst tendenziel mehr Studenten. Dabei hat keiner Interesse an volleren Hörsäalen. Hier gilt es noch einmal über die Digitalisierung der Dozenten nachzudenken. Hören in Abwesenheit. Die technische Infrastruktur dafür ist längst da, die Aufmerksamkeit und die Konzentration dürfte außerhalb der überfüllten Hörsäale wohl auch besser sein.</p>
<p><strong>Bessere Dienstverhältnisse für Lehrende</strong><br />
<em>Eine Universität hat wenig Anreiz, wenn den Lehrenden immer mehr Hürden in den Weg gelegt werden, während die Privatwirtschaft mit Geldbündeln winkt. Ich spreche nicht davon, dass man sie mit Geld überhäufen soll, sondern sie dabei unterstützen muss, wenn sie ihrer Überzeugung, Wissen zu teilen, nachkommen.</em></p>
<p>Dabei gilt es ein Maß von autonomer Lehre und studentischer Kontrolle zu finden. Das Elend, dass ein schlechter Dozent erzeugt, ist zumindest kurzfristig größer als jenes, einer Studiengebühr. Hier gilt es schon in der Phase der Anstellung Studentische Mitwirkung zuzulassen. Nach meiner Beobachtung ist die Einstellung von Dozenten, die gleichzeitig in der Wirtschaft tätig sind, am erfolgreichsten. Sie sind nicht geprägt von akademischen Mühlen, besitzen Praxiserfahrung und sind finanziell nicht primär von ihrer Stelle als Dozent abhängig. Unabhängigkeit, ermöglich auch in diesem Falle die Freiheit &#8222;gut&#8220; zu sein.</p>
<p><strong>Flexible und selbstbestimmte Studienpläne</strong><br />
<em>Jeder Student sollte selbst darüber entscheiden können, was für ihn sinnvoll ist und nicht in einen vorgefertigten Pfad gestopft werden, der jegliche Kreativität tötet und lediglich auf schnelles durchwinken ausgelegt ist. </em></p>
<p>Sind schlussendlich Teil einer unabhängigen Universität. Auch hier muss es aber möglich sein, dass Universitäten (unter Studentischer Mitbestimmung) selbst darüber entscheiden, ob sie flexible oder fixierte Studenpläne verwenden wollen. Beide System haben Vorteile, beide NAchteile, beide werden von verschiedenen Studenten bevorzugt.</p>
<p>Hier zeigt sich die Stärke der Unabhängigkeit. Sie ermöglicht, und das ist im Sinne aller, Wahlfreiheit.</p>
<p><strong>Zum Schluss</strong> bleibt zu hoffen, dass die Party morgen nicht schon vorbei ist. Bleibt zu hoffen, dass auch die Gegenbewegung &#8222;Wir wollen doch nur unseren Abschluss&#8220; versteht, dass auch sie in diesem offenen System Platz haben. Bleibt zu hoffen, dass alles besser wird.</p>
<p>Es ist mehr als nötig.</p>
<div id="_mcePaste" style="overflow:hidden;position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">
<p><strong>Demokratisierung der Universitäten</strong><br />
Jeder Student hat ein Recht darauf mitzubestimmen, wie seine Ausbildung aussieht. Es handelt sich um Menschen, die Verantwortung über ihr Leben übernehmen können und somit auch über die Art und Weise wie sie sich Wissen aneignen. Ich spreche nicht davon, dass es keine Prüfungen mehr geben soll und man ohne Anstrengung irgendwelche Titel bekommt. Darum geht es nicht. Das Studium soll sinnvoll sein und man soll es nicht wegen dem Abschluss machen, sondern weil es spannend ist, weil man lernen will.</p>
<p><strong>Selbstverwaltung der Universitäten</strong><br />
Universitäten dürfen nicht von der Politik der aktuell regierenden Parteien abhängig sein. Es muss dafür gesorgt werden, dass sie das nötige Geld und Macht bekommen über sich selbst zu bestimmen.</p>
<p><strong>Transparente Finanzierung der Universitäten</strong><br />
Wohin fließt wie viel Geld und warum.</p>
<p><strong>Freie Masterzugänge</strong></p>
<p><strong>Abschaffung aller Bildungs- und Studiengebühren</strong><br />
Studiengebühren schließen Menschen vom Zugang zu Bildung aus und Reglungen wie dass man in der Mindeststudiendauer keine bezahlen muss, sorgen lediglich dafür, dass einfache Lehrveranstaltungen bevorzugt werden und die Leute durch das Studium hasten, anstatt sich Wissen anzueignen.</p>
<p><strong>Keine Aufnahmeprüfungen</strong><br />
Aufnahmeprüfungen schließen ebenfalls Menschen von Bildung aus. Sie nehmen den Leistungsstand von wenigen Stunden und bestimmen damit das gesamte Leben. Stattdessen müssen die Studenten im Vorfeld darüber aufgeklärt werden, was das Studium bedeutet, was sie machen müssen und welche Alternativen es gibt. Weiters kann man das System grundsätzlich überdenken, in welche Weise Förderkurse Sinn machen, wenn Studenten ein gewisses Vorwissen nicht mitbringen.</p>
<p><strong>Bessere Dienstverhältnisse für Lehrende</strong><br />
Eine Universität hat wenig Anreiz, wenn den Lehrenden immer mehr Hürden in den Weg gelegt werden, während die Privatwirtschaft mit Geldbündeln winkt. Ich spreche nicht davon, dass man sie mit Geld überhäufen soll, sondern sie dabei unterstützen muss, wenn sie ihrer Überzeugung, Wissen zu teilen, nachkommen.</p>
<p><strong>Flexible und selbstbestimmte Studienpläne</strong><br />
Jeder Student sollte selbst darüber entscheiden können, was für ihn sinnvoll ist und nicht in einen vorgefertigten Pfad gestopft werden, der jegliche Kreativität tötet und lediglich auf schnelles durchwinken ausgelegt ist.</p>
</div>
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		<title>Prüfungen abschaffen</title>
		<link>http://michaelthurm.wordpress.com/2009/10/08/prufungen-abschaffen/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 14:46:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michaelthurm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Keine Illusionen. Ich erwarte schon nicht mehr, dass ich etwas ändert. Dafür kann ich nur umso freier herumdenken und eine Vorstellung von Universität entwickeln, die sich an keiner Realität wird messen müssen. (Außer an meiner)
Ein Wunsch kann nicht widerlegt werden. Erst recht nicht von den Vertretern des Status Quo. Denen, die gerade wieder fleißig Prüfungsbögen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=740&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Keine Illusionen. Ich erwarte schon nicht mehr, dass ich etwas ändert. Dafür kann ich nur umso freier herumdenken und eine Vorstellung von Universität entwickeln, die sich an keiner Realität wird messen müssen. (Außer an meiner)</p>
<p>Ein Wunsch kann nicht widerlegt werden. Erst recht nicht von den Vertretern des Status Quo. Denen, die gerade wieder fleißig Prüfungsbögen austeilen um die &#8222;Qualität der Ausbildung&#8220; zu sichern. Lernerfolge messen. Mit solch höheren Zielen kann ich Ihnen leider nicht dienen. Ich studiere wahrscheinlich in den Augen einiger Kollegen auch nur noch, weil die Qualitätssicherung nicht mit der nötigen Härte praktiziert wird.</p>
<p>Zum Glück gibt es die anderen: Eine reizende Dozentin meinte heute:</p>
<blockquote><p>&#8222;Ich bin nicht hier, um euch auf die Prüfung vorzubereiten&#8220;.</p></blockquote>
<p>Und erntete dafür VON DEN Studenten eine erstaunliche Portion &#8222;Ja, aber&#8230;&#8220;.</p>
<p>Die Prüfung und die gute Note als wichtigstes Grundbedürfnis neben Nahrung, Schlaf und warmer Kleidung? Zahlen zwischen 1 und 6 als Maßstab der eigenen Leistung, vielleicht sogar als Anspruch? Wenn sich Studenten schon wünschen, dass ihre geistigen Freiheiten dadurch eingeschränkt werden, dass sich alles nur noch um den alles entscheidenden Fragebogen dreht, ist alles zu spät.<em> (Glauben Sie nicht, wir können unsere Bestätigung und Kritik auf anderem Wege erlangen? Reden wäre da eine Variante. Lob, Kritik, Auseinandersetzung, Rechtfertigung. Vorstellbar?)</em></p>
<p>Wenn sich Studenten Beispiele und Vorgaben wünschen, statt ihre Gedanken auf möglichst großem Feld auszuspielen, ist alles zu spät.<em> (Glaube sie nicht, dass auf einem weißen Blatt besser geschrieben werden kann als auf einem Formular? Und wer braucht überhaupt Blätter?)</em><a href="http://michaelthurm.files.wordpress.com/2009/10/die-welt.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-741" title="Die Welt" src="http://michaelthurm.files.wordpress.com/2009/10/die-welt.jpg?w=655&#038;h=199" alt="Die Welt" width="655" height="199" /></a></p>
<p>Wir sind so geprägt von falschen Anreizsystemen, kruden Orientierungen. Unsere determinierten Köpfe produzieren nur noch Mittelmäßigkeit. Ausfüllwissen. Zu viele von uns verordnen sich selbst Grenzen, weil wir seit unserer Grundschulzeit an diese Muster gewöhnt wurden, sie adaptiert haben und inzwischen kaum mehr ohne sie zurechtkommen.</p>
<p>Nicht aus Blödheit, sondern aus Hörigkeit. Hörigkeit gegenüber einem Apparat, der sich dazu legitimiert sieht Berufszugänge zu kontrollieren und Menschen von 1-6 zu kategorisieren. Ein Apparat, der sich dann erfolgreich nennt, wenn es viele &#8222;geschafft&#8220; haben. Ein irres Spiel, in dem ein Apparat Regeln aufstellt, deren Befolgen er dann als Auszeichnung für die Existenz seiner Regeln versteht. <em>(Den Satz ruhig zweimal lesen, hab ihn auch doppelt geschrieben.) </em><strong>Ein irres Spiel, in dem ein Apparat Regeln aufstellt, deren Befolgen er dann als Auszeichnung für die Existenz seiner Regeln versteht.</strong></p>
<p>Zensuren spielen keine Rolle mehr. Außer für den Apparat. Außer für jene, die sie eine Rolle spielen lassen.</p>
<p>Wir kommen ohne sie zurecht. Wir, die Welt voll von klugen Leuten.</p>
<p>Stellen sie sich vor, Schulen und Universitäten ohne Noten. Plötzlich wäre wirklich jeder gezwungen klug zu sein.</p>
<p>Klug zu werden. Zumindest im Ziel sind wir uns ja hoffentlich einig.</p>
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		<title>Wir lernen Lügen</title>
		<link>http://michaelthurm.wordpress.com/2009/10/07/wir-lernen-lugen/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 06:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michaelthurm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[mediale Leichen - Print]]></category>
		<category><![CDATA[Genfood]]></category>
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		<category><![CDATA[Lügen]]></category>
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		<description><![CDATA[Die vierte Woche an der ZHAW hat begonnen und, nun ja, das gleiche System macht überall die gleichen Fehler. Egal. Worum es eigentlich gehen soll ist der Deutschunterricht.
So etwas schnödes auf einem akademischen Institut, aber sehr gut gemacht. Abschnitt 1: Lügen und Wirklichkeitskonstruktion. Wir hatten die putzige Aufgabe einen manipulativen Text zu schreiben, der ein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=735&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Die vierte Woche an der <a href="http://www.zhaw.ch/de/linguistik/iam/studium/bachelorstudium-journalismus-organisationskommunikation-jo.html">ZHAW</a> hat begonnen und, nun ja, das gleiche System macht überall die gleichen Fehler. Egal. Worum es eigentlich gehen soll ist der Deutschunterricht.</p>
<p>So etwas schnödes auf einem akademischen Institut, aber sehr gut gemacht. Abschnitt 1: Lügen und Wirklichkeitskonstruktion. Wir hatten die putzige Aufgabe einen manipulativen Text zu schreiben, der ein Anliegen der Food-Industry positiv darstellt. Natürlich so, dass es nicht jeder merkt.</p>
<p>Erschreckend wie leicht das ist. Glauben sie also niemand ein Wort, wenn sie ihm vorher nicht den Hals umgedreht haben. Ich erzähl ihnen jetzt auch das Blaue vom Himmel. Und danach, wie leicht das ist.</p>
<h2>Brauchen wir Genfood?</h2>
<blockquote>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Das Bewusstsein über gesunde Ernährung ist längst da. Vitamine, Ballaststoffe und Spurenelemente – jeder Grundschüler lernt inzwischen, was für seinen Körper wichtig ist und ihn gesund hält. Groß sind die Wissenslücken hingegen, wenn es darum geht, wo die Lebensmittel herkommen und produziert werden, die unser Wohl garantieren sollen. Nicht umsonst wurde der Film des Österreichers Erwin Wagenhofer „We feed the World“ zu einem Erfolg bei einer großen Gruppe ernährungsbewusster Konsumenten. Industrieller Fischfang und die Ausbeutung von afrikanischen Bauern will niemand als Grundlage seines Abendessens wissen.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Doch auch der ambitionierte Film von Wagenhofer zeigt keine Wege, wie sich die Frage der globalen Ernährung beantworten lässt. Das exponentielle Bevölkerungswachstum auf über 6 Milliarden Menschen ist ebenso wenig zu leugnen wie die Risiken, die gentechnisch veränderte Lebensmittel mit sich bringen.</p>
<p style="margin-bottom:0;"><strong>Ein Blick in die Praxis: </strong></p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Zahlreiche Lebensmittel werden inzwischen aus genetisch modifiziertem Saatgut gewonnen, wie zum Beispiel durch die Firma Syngenta, die damit in ganz Europa erfolgreich ist. Dabei sind genetische Modifikationen nicht mit unkontrollierten Genveränderungen zu vergleichen. Verbraucherschützer wie Greenpeace deuten an, dass die Auswirkungen genetischer Veränderungen nicht vorhersehbar sind und ungeplante Folgen für die Umwelt haben könnten. Um genau diesen Sorgen zu begegnen, wird Biotechnologie intensiv geprüft und kontrolliert. Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung bestätigt, dass aufwändige Zulassungsverfahren für hohe Sicherheit sorgen und es aus wissenschaftlicher Sicht keine Hinweise auf Risiken gibt.</p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;">Dass sich über die Lebenszyklen von Pflanzen auch deren Geschmack verändern könnte, ist ein ebenfalls häufiger Vorwurf der Genfood-Gegner. Darauf bleibt dann nur noch jenes geflügelte Wort, das schon zu Zeiten galt, wo tatsächlich noch Esel und Bäuerin über das Feld zogen, und das da heißt: „Über Geschmack lässt sich streiten“.</p>
</blockquote>
<h3>Kommentar:</h3>
<p style="margin-bottom:0;">Die Aufgabe einen Artikel über GMO, Genfood, bzw. Biotechnologie zu schreiben, ist in Anbetracht des zahlreich publizierten Materials grundsätzlich einfach. Auch ist es wesentlich einfacher, einen Artikel mit vorgegebener Meinung zu schreiben, als sich selbst eine zu bilden, denn es ist klar, welchen Argumenten mehr Gewicht verliehen werden muss. Die Schwierigkeit bestand darin, ein ausreichendes Maß an „Kontra-Fakten“ einzubringen, um die nötige Glaubwürdigkeit herzustellen. Dabei war es schwierig abzuschätzen, ab welchem Grad ein Leser misstrauisch wird und die Intention des Textes ablehnt. Wenn er also erkennt, dass ich ihm eine Wirklichkeit vorspiele, die mit seiner nicht übereinstimmt, ist der Text gescheitert.</p>
<p style="margin-bottom:0;"><strong>Absatz 1 Einstieg:</strong></p>
<p style="margin-bottom:0;">Ich beginne mit neutralen Argumenten, die möglichst der Wirklichkeit des Lesers entsprechen. (Keine Extreme, gesunde Ernährung als Grundbedürfnis, Ablehnung von Kinderarbeit und industriellem Fischfang). Mit Erwin Wagenhofer wird ein erster Genfood-Gegner angeführt, was den Eindruck erweckt, dass in diesem Text auf die Argumente beider Seiten eingegangen wird.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Sprachlich stimmt der Text darauf ein, dass Nahrungsmittel „garantiert“ gesund sind.</p>
<p style="margin-bottom:0;"><strong>Absatz 2 Problematik</strong></p>
<p style="margin-bottom:0;">Hier wird ein Problem formuliert, das mit der Position des Gegners nicht mehr gelöst werden kann. Dabei funktioniert Wagenhofer als Pars pro Toto implizit für alle Gegner, auch wenn deren Positionen im Text nicht erwähnt sind. Es „ist ebenso wenig zu leugnen“ (Passivkonstruktion). Trotzdem wird hier immer noch das Gegnerargument (gefährliches Genfood) beibehalten, wenn auch abgeschwächt durch die Beistellung eines „Argumentes“ für Genfood (über 6 Mrd. Menschen). Dabei werden zwei Wirklichkeiten gegeneinander gestellt (als würde sich Bevölkerungswachstum und genfreies Essen ausschließen) – eine muss also anschließend verworfen, bzw. um-interpretiert werden. An dieser Stelle wird aber nicht geleugnet, dass Genfood problematisch ist, sondern es wird dem Argument ein gewisses Gewicht zugestanden.</p>
<p style="margin-bottom:0;"><strong>Absatz 3 Die Überzeugung</strong></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;">Ein „Blick in die Praxis“ wirkt oft überzeugend, vor allem wenn er „erfolgreich“ ist. In diesem Abschnitt wird jetzt das Informationsdilemma des Lesers genutzt. Konnte er in den ersten beiden Abschnitten noch Allgemeinsätze lesen und diesen zustimmen, muss er jetzt darauf vertrauen, dass die folgenden Informationen ebenso der Wirklichkeit entsprechen wie zum Beispiel die Bevölkerungsgröße.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;">Konstruierte Wirklichkeiten:</p>
<ol>
<li>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;">Syngenta als 	erfolgreiches Unternehmen: Syngenta ist eine reine Genfoodfabrik, die 	regelmäßig ihre CI verändert, um ein besseres Image zu bekommen. 	Syngenta setzt neben genetisch veränderten Lebensmitteln auch 	hochtoxische Pestizide ein. (Atrazin, das in den USA verboten werden 	soll und Paraquat, das vom EUGH zuletzt nicht zugelassen wurde)</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Unterscheidung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln und Modifikation. Diese Unterscheidung 	ist rein sprachlich und wir hier explizit gemacht, um beim Leser den 	Eindruck zu erwecken sehr genau zu unterscheiden – schlussendlich 	soll er aber die Formulierungen von Unternehmen wie Syngenta 	(„modifiziert, Biotechnologie&#8230;“) übernehmen und akzeptieren. 	Die Ablehnung von Genfood kann aufrecht bleiben, solange er die 	lediglich sprachlich davon unterschiedenen „modifizierten 	Lebensmittel akzeptiert“</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom:0;">Gentechnik ist sicher. Mit 	Referenz auf das BMBF wird die wissenschaftliche Sicherheit von 	Genfood sugeriert. Das es vor allem staatliche Wissenschaftler sind, 	die von einer Gentechnik-bejahenden Regierung bezahlt werden, wird 	ebenso verschwiegen, wie die Tatsache, dass es zahlreiche davon 	abweichende Expertenmeinungen gibt. Zum Beispiel bei Greenpeace. Deren 	Argument wird aber nur unpräzise angeführt, um es als Überleitung 	zu dem „besseren“ Argument zu nutzen. Die Unterstellung des 	Gegners wird oberflächlich aufgegriffen, um ihn grundsätzlich zu 	widerlegen.</p>
</li>
</ol>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><strong>Abschnitt 4 Versöhnliches Ende und Verführung</strong></p>
<p style="margin-bottom:0;">Der Abschnitt startet mit einem Gegenargument, dass wieder deutlich ins Schema des Common Sense und in die Wirklichkeit des Lesers passt. Es wird dezent abgeschwächt, ohne es zu entkräften, weil es eher dazu dient, die vorher angebrachten „Hard Facts“ glaubwürdig zu machen.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Einen Ausweg aus der Diktion des Textes bildet der letzte Satz. Eine abgedroschene Phrase als Ausweg für Autor und Leser, die sich auf zwei keineswegs wertneutrale Weisen deuten lässt:</p>
<p style="margin-bottom:0;">Erste Ebene: Das Gerede vom besseren Geschmack unbehandelter Lebensmittel ist reines Imagegerede von Biobauern und Besserverdienern.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Oder auf einer zweiten Ebene: Nur schlechter Geschmack ist streitbar. Guter Geschmack ist eine Frage von Lebensstil, Einstellung und Bewusstsein. Und letzteres lässt sich auch sprachlich nicht überlisten. Den „Über Geschmack lässt sich streiten“ ist schlicht falsch, die Redewendung heißt „Über Geschmack lässt sich nicht streiten“. Das gilt nach sprachlicher Herkunft: „De gustibus non est disputandum“  und auch <a href="http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/225784">die Wissenschaft meint, dass der Geschmack eine Frage der, man staune, Gene ist</a>.</p>
<p style="margin-bottom:0;"><a href="http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/225784"><br />
</a></p>
<p style="margin-bottom:0;">
Posted in Journalismus, Journalisten, mediale Leichen - Print  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/michaelthurm.wordpress.com/735/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/michaelthurm.wordpress.com/735/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/michaelthurm.wordpress.com/735/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/michaelthurm.wordpress.com/735/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/michaelthurm.wordpress.com/735/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/michaelthurm.wordpress.com/735/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/michaelthurm.wordpress.com/735/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/michaelthurm.wordpress.com/735/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/michaelthurm.wordpress.com/735/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/michaelthurm.wordpress.com/735/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=735&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>keine Leichen</title>
		<link>http://michaelthurm.wordpress.com/2009/10/01/keine-leichen/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 18:59:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michaelthurm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mich]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, aus meiner Abstinenz von dieser morbiden Webseite können Sie schließen, das ich die Welt im Moment grundsätzlich ganz in Ordnung finde. Oder eines Kommentares unwürdig. Weiß selbst nicht so genau. Aber hier ist einfach kein guter Platz für die schönen Dinge. Das Internet ist ja groß genug.
Und worüber sollte ich mich den ernsthaft beklagen, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=732&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Ja, aus meiner Abstinenz von dieser morbiden Webseite können Sie schließen, das ich die Welt im Moment grundsätzlich ganz in Ordnung finde. Oder eines Kommentares unwürdig. Weiß selbst nicht so genau. Aber hier ist einfach kein guter Platz für die schönen Dinge. Das Internet ist ja groß genug.</p>
<p>Und worüber sollte ich mich den ernsthaft beklagen, außer über die immergleichen Dummheiten? Entweder ist es irrelevant, wird schon ausreichend bebloggt oder geht niemanden etwas an.</p>
<p>Und kommen Sie, selbst diese ganzen Wahlergebnisse &#8211; in vier Jahren wird wieder gewürfelt. Die Kurzlebigkeit unsere Demokratie lässt doch nun hoffentlich jeden alles ertragen. Auch wenn es schmerzt. Aber  ein bißchen Fremdschämen für künftige Außenminister und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4NnNOMssmog&amp;feature=sub">Pseudo-Datenschützer</a> hat noch niemandem geschadet. Die FDP trägt ja auch kein L(iberal) im Namen, denn das müsst dann vielleicht zu den Leichen gezählt werden, aber so. Machen Sie sich nichts draus. Man kann ja auch im Amt wachsen.</p>
<p>Wenn man den eines hat.</p>
<p>So wie der Herr Turnherr (für die Kollegen aus Winterthur, das ist der Chefredakteur des <a href="http://www.falter.at/">FALTER</a>, ein Blatt, das man durchaus lesen sollte.). Aus 800 Kilometer Entfernung dringen dann nämlich nur noch die klugen Sätze ans Ohr.</p>
<p>Wie war das? Narzissten? GENAU. Kluger alter Mann. Narzisten sind wir doch irgendwie alle. Willkommen im Club, hat ja noch niemanden umgebracht.</p>
<p>Das wir deswegen plötzlich nett zueinander währen, kommt garnicht in Frage. Sie sind ja nicht in der Schweiz. Ich schon. Und das macht es erheblich einfacher. Wenn schon nicht leichter.</p>
<p>Also, das wollte ich Ihnen eigentlich empfehlen. Schalten Sie aus. Sonnenuntergang ist besser als Internet. (Ich kann es, dank Schweizer Berge ganz gut verbinden). Also ausschalten, machen gerade einige kluge Freunde. Hier werden sie vorerst auch nichts verpassen. Glaube ich. Und wenn doch, lesen Sie es halt später.</p>
<p>Oder nicht. Sie würden sich nur ärgern. Hören sie lieber gute Musik zum Sonnenuntergang. Wir hören uns, wenn Sie nett sind.</p>
Posted in Mich  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/michaelthurm.wordpress.com/732/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/michaelthurm.wordpress.com/732/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/michaelthurm.wordpress.com/732/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/michaelthurm.wordpress.com/732/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/michaelthurm.wordpress.com/732/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/michaelthurm.wordpress.com/732/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/michaelthurm.wordpress.com/732/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/michaelthurm.wordpress.com/732/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/michaelthurm.wordpress.com/732/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/michaelthurm.wordpress.com/732/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=732&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Entwürfe zum Gedanken „Freiheit“</title>
		<link>http://michaelthurm.wordpress.com/2009/08/14/entwurfe-zum-gedanken-%e2%80%9efreiheit%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://michaelthurm.wordpress.com/2009/08/14/entwurfe-zum-gedanken-%e2%80%9efreiheit%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 10:56:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michaelthurm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Sehen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[ Part 1. Die Freiheit des Sehens 
Notizen zur Freiheit des Erkennens
Auf dem Weg ein wenig über die Freiheit des Willens, unseres Willens zu erfahren bin ich immer wieder über die Zwischenfrage gestolpert: „Was liegt unserem freien Willen zu Grunde?“ Was haben und was brauchen wir um frei zu entscheiden und dadurch unseren freien Willen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=620&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong> Part 1. Die Freiheit des Sehens </strong></p>
<p>Notizen zur Freiheit des Erkennens</p>
<p>Auf dem Weg ein wenig über die Freiheit des Willens, unseres Willens zu erfahren bin ich immer wieder über die Zwischenfrage gestolpert: „Was liegt unserem freien Willen zu Grunde?“ Was haben und was brauchen wir um frei zu entscheiden und dadurch unseren freien Willen Tat werden zu lassen. Wir brauchen Grundlagen, auch wenn diese Notwendigkeit von Grundlagen es auf den ersten Blick verunmöglicht von „freiem“ Willen zu sprechen, ist er doch eben durch die Grundlagen schon beeinflusst – determiniert. Aber können wir diese Grundlagen, also das Erkennen der Welt nicht frei gestalten? Wie frei sind wir darin, die Welt zu erkennen?</p>
<p><strong>1.Frage: Gibt es eine Realität</strong></p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 302px"><strong><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/extranoise/153776153/"><img title="Bild: extranoise (Flickr)" src="http://farm1.static.flickr.com/56/153776153_51491a5140.jpg" alt="Bild: extranoise (Flickr)" width="292" height="437" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Bild: extranoise (Flickr)</p></div>
<p><strong> </strong></p>
<p>Auf diese Frage habe ich viele Antworten gefunden, reduzieren lässt es sich aber erst einmal auf vier, sehr allgemein formulierte Möglichkeiten zwischen denen (und über die hinaus) es weitere Thesen gibt</p>
<p>- ja, es gibt eine objektive Wirklichkeit, die wir erkennen können</p>
<p>- ja, es gibt eine objektive Wirklichkeit, aber der Einzelne kann diese nicht erkennen/abbilden</p>
<p>- nein, jede Wahrnehmung ist subjektiv und lässt keine Rückschlüsse auf eine Realität zu, weil jede Formulierung der eigenen Wahrnehmung subjektiv ist und damit objektive Realität ausschließt</p>
<p>- es ist nicht wichtig, ob es „Realität“ gibt. Wir können uns nur über eine „Idee“ von Wirklichkeit verständigen. Sprache und Individualität verhindern jeden Schluss auf Realität.</p>
<p>Es herrscht also keine Einigkeit darüber, ob wir eine objektive Realität in unserer Vorstellung abbilden, ob wir auf Grundlage einer objektiven Realität eine Wirklichkeit abbilden oder ob wir diese Wirklichkeit konstruieren, ohne uns dabei sicher sein zu können, dass dieser Konstruktion eine Realität zu Grunde liegt. Mir selbst scheinen die konstruktivistischen Erkenntnismodelle am schlüssigsten, allerdings weniger weil ich sich vollständig begründen und den Realismus widerlegen kann, sondern weil die Vorstellung einer subjektiven und individuellen Wahrnehmung für mich die bisher beste Erklärung für die verachtens- und liebenswerten Eigenheiten unseres Dasein ist. Die „Freiheit der Wahrnehmung“ als Erklärung aller Widersprüche ist dabei natürlich der Steigbügel der Beliebigkeit. Diese ist mir zuwider, das Problem bleibt ungelöst.</p>
<p><strong>2.Frage Was erkennen wir Wie?</strong></p>
<p>Wir erkennen die Welt, das erscheint mir schlüssig, über unsere Sinnesorgane. Gerade das würde dafür sprechen, dass es eine Realität gibt, die von unseren Sinnesorganen wahrgenommen wird und uns eine Wirklichkeit erkennen lässt. Dass diese wahrgenommene Wirklichkeit aber identisch mit der Realität ist von der ich nicht weiß, ob es sie gibt, halte ich für falsch, da diese These jede spätere Korrektur und jeden Unterschied in der Wirklichkeit verschiedener Menschen ausschließen würde. Wir erkennen also, was unseren Sinnesorganen ausgesetzt ist, ihnen vorgesetzt wird. Wir nehmen war und schließen daraus auf Wirklichkeit. Was wir dabei erkennen, Realität oder Vorstellung, darüber bin ich mir nicht klar. Die Idee des „Unterschiedes, der einen Unterschied macht“ (Definition von Information durch Gregory Bateson) scheint mir aber schlüssig. Aus ihr folgt das wir Veränderungen wahrnehmen und diese Veränderungen formen unsere wahrgenommene Wirklichkeit</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/twose/1183218556/"><img title="Bild: TwOsE (Flickr)" src="http://farm2.static.flickr.com/1155/1183218556_a831e638e9.jpg" alt="Bild: TwOsE (Flickr)" width="500" height="399" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: TwOsE (Flickr)</p></div>
<p><strong>3.Frage Warum erkennen wir auf diese Weise? </strong></p>
<p>Darin steckt auch die Frage, ob wir frei darin sind, wie wir erkennen. Auch hier bin ich noch nicht sehr weit, sehe aber einige offensichtliche Determinanten, die verhindern, dass unsere Wahrnehmung gänzlich frei ist:</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P.sdfootnote { margin-left: 0.5cm; text-indent: -0.5cm; margin-bottom: 0cm; font-size: 10pt } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><strong>- Umwelt:</strong> unsere Wahrnehmung ist geprägt von Menschen die uns umgeben, Kulturen in denen wir aufwachsen und mit denen wir vertraut werden und unsere Alltag, den wir meist einen Regelwerk unterwerfen (Schule, Uni, Beruf) nimmt schließlich den größten Teil unsere zeitlichen Wahrnehmung ein. Mit den Worten John Stuart Mills: „Welt bedeutet für jedes Individuum den Teil davon, mit dem es in Berührung kommt“.(Mill: „Über die Freiheit. Stuttgart 1988. S. 27)</p>
<p><strong>- Naturgesetze:</strong> Physik, Chemie und Biologie beschränken uns in unserer Wahrnehmung. Der Blinde Fleck im Auge, die Balance der Kräfte die auf unseren Körper wirkt, die Übertragung sämtlicher Sinneswahrnehmung durch Nervenbahnen und Neurotransmitter&#8230; Wir können nur so wahrnehmen, wie wir „gebaut“ sind, wie die Welt gebaut ist, auch wenn wir uns nicht einmal sicher sein können, ob wir diesen Bau richtig erkannt haben.</p>
<p><strong>- Institutionen:</strong> Wir nehmen war was um uns geschieht (Umwelt) und was wir durch die Medien sehen. So können wir fremde Welten immerhin wahrnehmen, ob wir sie WAHR-nehmen dürfen ist zu bezweifeln. Medien, Politik, soziale Gruppen – all das schränkt unsere Wahrnehmung ein, ohne das dies bösartige Absicht wäre. Es ist einfach eine institutionalisierte Zwischenstufe der Wahrnehmung, die uns ermöglicht das zu erkennen, was außerhalb unseres Wahrnehmunsraumes liegt. Wir können so sicherlich Wirklichkeit wahrnehmen, Realität kann es aber nach einer institutionalisierten Zwischeninstanz nicht sein. Besonders gefährlich ist diese Illusion von Realität im Web, zugleich wird die Unmöglichkeit absoluten Erkennens besonders deutlich. Die Idee jede Information im Internet verfügbar zu machen ist löblich, visionär und illusionär. Die Wahrnehmung aller Information ist ebenso wenig möglich, wie die Aussage alle Informationen verfügbar zu haben – sie ist schlicht unkontrollierbar.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/mkorsakov/2153112016/"><img title="Bild: mkorsakov (Flickr)" src="http://farm3.static.flickr.com/2193/2153112016_e18357b45f.jpg" alt="Bild: mkorsakov (Flickr)" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: mkorsakov (Flickr)</p></div>
<p><strong>4.Frage Ist das Absolute erkennen nötig und möglich? </strong></p>
<p>Noch nicht angesprochen habe ich die Frage, was wir erkennen „dürfen“. Wir nehmen wahr, und müssen diese Wahrnehmung in unsere bisherigen Wahrnehmungen, in unsere Wirklichkeit einordnen. Dabei unterliegen wir erneut Zwängen. Das Wahrgenommene muss irgendwie zum bisher wahrgenommenen passen und dazu noch in Übereinstimmung mit dem Common Sense stehen. Wahrnehmung in sozialen Gruppen ist, wenn sie auf Verständnis ausgerichtet ist, immer kollektive Wahrnehmung. Denn selbst wenn wir schon längst erkannt haben, dass die Welt anders ist, zwingt sie uns doch auf den Voraussetzungen des Status Quo zu beharren; andernfalls sind wir verbannt. Das Erkennen einer ungewissen Realität ist also keinesfalls nötig, um sozial anschlussfähig zu sein, oder auch nur sein persönliches Weltbild kongruent zu halten. Ob es möglich ist, Realität zu erkennen weiß ich nicht, ebenso wenig kann ich beantworten ob es sinnvoll ist den versuch zu unternehmen. Trotzdem ist mir die Variante des „Auf-Sich-Zukommen-Lassens“, also die Wahrnehmung der Welt wie sie mir begegnet nicht geheuer, denn sie ist zufällig. Ich versuche eine Alternative vorzuschlagen:</p>
<p><strong>Select your world:</strong> Wir können versuchen, unsere Wahrnehmung so zu beeinflussen, dass wir mit den Ergebnissen nicht nur bedingt zufrieden sind, sondern uns auch bewusst über deren Unvollständigkeit. Das setzt natürlich einen freien Willen voraus, von dem ich noch nicht sicher bin ob es ihn gibt. (Vorab stelle ich den Zirkelschluss auf: Wenn wir unsere Wahrnehmung bewusst beeinflussen, können wir feststellen, dass wir keinen freien Willen haben.)</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/pensiero/534397063/"><img title="Bild: Pensiero (Flickr)" src="http://farm2.static.flickr.com/1274/534397063_a157b07641.jpg" alt="Bild: Pensiero (Flickr)" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: Pensiero (Flickr)</p></div>
<p>Zuerst sollte aber gelten: Ermöglichen wir uns, die Welt so zu erkennen wie wir wollen und es für richtig halten. Wahrnehmung können wir beeinflussen. Wir können uns sehen wollen, was uns glauben lässt, was wir glauben wollen.  Dabei geht es nicht um Selbsttäuschung, sondern darum dass wir uns bewusst werden, dass Wahrnehmung immer Gefahr läuft Täuschung zu sein. „Sehen wollen, was wir glaube wollen“ heißt eine offene Suche beginnen. Möglichkeiten entdecken, die jenseits dessen sind, was wir bis jetzt wahrnehmen.</p>
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		<title>Weihnachten im August</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 12:54:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michaelthurm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschehen]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Antworten]]></category>
		<category><![CDATA[dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Peer Steinbrück]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Suchanfragen]]></category>

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		<description><![CDATA[Vollbesetzte Kirchen gibt es normalerweise nur zu Ostern, am heiligen Abend und den folgenden Feiertagen. Eine bis auf den letzten Stehplatz besetzte Kirche, „Gläubiger“ die auf den Stufen zum Altar hocken, all das mitten im Sommer und ohne Weihnachtsmann. Stattdessen: Finanzminister Peer Steinbrück, zu Gast in der Dreikönigskirche in Dresden.
Die Kulisse des Wahlkampftermins also ungewöhnlich [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=612&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><a href="http://www.flickr.com/photos/wm_archiv/3635490089/"><img title="Bild: Allie_Caulfield (Flickr)" src="http://farm4.static.flickr.com/3306/3635490089_699198b70a.jpg" alt="Bild: Allie_Caulfield (Flickr)" width="270" height="405" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: Allie_Caulfield (Flickr)</p></div>
<p>Vollbesetzte Kirchen gibt es normalerweise nur zu Ostern, am heiligen Abend und den folgenden Feiertagen. Eine bis auf den letzten Stehplatz besetzte Kirche, „Gläubiger“ die auf den Stufen zum Altar hocken, all das mitten im Sommer und ohne Weihnachtsmann. Stattdessen: Finanzminister Peer Steinbrück, zu Gast in der Dreikönigskirche in Dresden.</p>
<p>Die Kulisse des Wahlkampftermins also ungewöhnlich und beeindruckend &#8211; und durchaus gelungen. Geholpert hat es am offensichtlichsten bei der Technik, (so ein Mikro ist schon nicht ganz einfach) aber mindestens genauso holprig war die Systemverteidigung des Finanzministers. Ihn schien es doch überrascht zu haben (mich auch) dass 20 Jahre nach der Wende doch so massive und grundsätzliche Kritik am System der „freien und sozialen“ Marktwirtschaft geäußert wird. Er spekuliere ja nur auf die Hyperinflation, die Reset-Taste müsse gedrückt werden und überhaupt sollte man das ganze System neu überdenken. So zumindest die Stimmen aus dem Publikum, die ahnen lassen wie Links die anstehende Landtagswahl in Sachsen ausfallen könnte. Zur Marktdisziplin hat niemand aufgerufen, und Opel wollten auch nur jene pleite gehen lassen, die damit Qimonda hätten retten wollen.</p>
<p>Es ging also ziemlich links zu, in dieser „Diskussion“ und die Radikalität der einen, macht es dem Finanzminister doch recht einfach das bestehende System als einzige Alternative darzustellen. Das es auch grundlegende Änderungen innerhalb des Systems geben könnte, eine freie Marktwirtschaft, die frei bleibt, ohne das Banken weiter eine implizierte Staatsgarantie haben, dieser Frage entzog er sich mit den typischen Antworten eines Wahlkampf-Politikers.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com/photos/26694222@N08/3491783303/"><img title="Bild: lukaspaslawski" src="http://farm4.static.flickr.com/3624/3491783303_39ffaa9ddc.jpg" alt="Bild: lukaspaslawski (Flickr)" width="500" height="324" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: lukaspaslawski (Flickr)</p></div>
<p>Und weil ich meinen Job auch im Urlaub so liebe, hab ich dem Finanzminister dann noch kurz mein kleines Mikro unter die Nase gehalten. Ich bekam druckreife Sätze und sein PR-Manager macht ein Kreuz im Kalender für die Festigung der Blogger-Relations. Die erste Frage ging natürlich nochmal auf die heftige Systemkritik des Publikums ein. Das System soll bleiben, ok – aber was muss innerhalb geändert werden?</p>
<p>P.S. Ich hab meine Fragen diesmal drin gelassen und nur wenig gekürzt. Ist ja nicht fürs Radio und bezahlt wird es auch nicht.</p>
<p>P.P.S. Warum erwarten Politiker, die nur 3 Minuten Zeit haben immer noch, dass sie ausreden dürfen?</p>
<p>P.P.P.S Stop making sense</p>
<p><a href="http://michaelthurm.com/wp-content/uploads/2009/08/take-Peer-Steinbrueck-110809.MP3">Peer Steinbrück vorm Mikro</a></p>
Posted in Geschehen, Journalisten  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/michaelthurm.wordpress.com/612/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/michaelthurm.wordpress.com/612/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/michaelthurm.wordpress.com/612/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/michaelthurm.wordpress.com/612/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/michaelthurm.wordpress.com/612/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/michaelthurm.wordpress.com/612/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/michaelthurm.wordpress.com/612/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/michaelthurm.wordpress.com/612/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/michaelthurm.wordpress.com/612/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/michaelthurm.wordpress.com/612/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=612&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Bild: Allie_Caulfield (Flickr)</media:title>
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			<media:title type="html">Bild: lukaspaslawski</media:title>
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		<title>auflösen</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jul 2009 17:04:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michaelthurm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mich]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Jahre in Graz. In ein paar Tagen bin ich weg.
Es ist zwar nur ein halbes Jahr, aber nachdem ich meine Wohnung auflöse,  alles halbwegs Entbehrliche wegwerfe und nur mit dem weiterziehe, was ich tragen kann, ist es doch etwas mehr als nur ein längerer Urlaub.

In Graz bleiben ein paar liebgewonnene Freunde und ein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=603&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p><strong>Zwei Jahre in Graz. </strong>In ein paar Tagen bin ich weg.</p>
<p>Es ist zwar nur ein halbes Jahr, aber nachdem ich meine Wohnung auflöse,  alles halbwegs Entbehrliche wegwerfe und nur mit dem weiterziehe, was ich tragen kann, ist es doch etwas mehr als nur ein längerer Urlaub.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/farbfilmvergesser/3383301206/"><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3435/3383301206_1dd6751908.jpg?v=0" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>In Graz bleiben ein paar liebgewonnene Freunde und ein paar Kisten mit Büchern. Zwei Gründe wiederzukommen, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie lang ich dann bleiben kann. Es ist kein Abschied, keine Auszeit, eher eine Diffusion. Ich verteile mich im Raum und von allem bleibt etwas hängen. Auflösen ist meine Möglichkeit Neues zu sehen. Einen neuen winzigen Winkel dieser Welt kennenzulernen.</p>
<p><strong>Ein halbes Jahr Winterthur</strong></p>
<p>Neues Programm im gleichen System. Es bin gespannt welche Feinheiten es dort sein werden, die es auch hier in Graz unmöglich gemacht haben, die Welt zu verstehen &#8211; das ewig Unbegreifliche. Die Unmöglichkeit der Daseinsfrage. Die beeindruckende Zufriedenheit mit dem Status Quo. Der warme, immer etwas zu bittere Kaffee, bei dem alles Bedeutende ein wenig &#8222;relativ&#8220; ist.</p>
<p><strong>Dresden</strong></p>
<p>Die Heimat der Schlachhöfe. Einen Monat durch das eigene Fotoalbum wandern, immer mit der Hoffnung zu entkommen. Alles Aufgelöste fügt sich für Momente wieder zusammen.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/farbfilmvergesser/3710077224/"><img class="aligncenter" src="http://farm4.static.flickr.com/3635/3710077224_48a544d8d3.jpg?v=0" alt="" width="500" height="331" /></a></p>
Posted in Mich  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/michaelthurm.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/michaelthurm.wordpress.com/603/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/michaelthurm.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/michaelthurm.wordpress.com/603/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/michaelthurm.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/michaelthurm.wordpress.com/603/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/michaelthurm.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/michaelthurm.wordpress.com/603/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/michaelthurm.wordpress.com/603/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/michaelthurm.wordpress.com/603/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=603&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Twitterscheiss</title>
		<link>http://michaelthurm.wordpress.com/2009/06/26/twitterscheiss/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 19:38:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>michaelthurm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Anbetracht des leider ausgefallenen kaffeeSATZes, muss ich irgendwo hin mit der Energie. Sie werden entschuldigen, dass ich nicht nur beim Spiegel geblieben bin.
„Das Volk twittert die Freiheit“ scheibt der SPIEGEL diese Woche in seiner Titelgeschichte zum Iran und ruft „Die digitale Revolution“ aus. Twitter erlebt seinen Hype, während das Service selbst schon ein alter [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=michaelthurm.wordpress.com&blog=2862278&post=599&subd=michaelthurm&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><blockquote><p>In Anbetracht des <a href="http://jukreiz.at/2009/06/24/1650/">leider ausgefallenen kaffeeSATZes</a>, muss ich irgendwo hin mit der Energie. Sie werden entschuldigen, dass ich nicht nur beim Spiegel geblieben bin.</p></blockquote>
<p>„Das Volk twittert die Freiheit“ scheibt der SPIEGEL diese Woche in seiner Titelgeschichte zum Iran und ruft „Die digitale Revolution“ aus. Twitter erlebt seinen Hype, während das Service selbst schon ein alter Hut ist; positivistisch kann gern auch „Alltagsrealität“.</p>
<p>Inzwischen sind die 140 Zeichen die jeder mit beliebigen Umfang, Inhalt und einer selbst zugelegten Identität ins WorldWideWeb trällern kann, allgemein bekannt.</p>
<p>Instanzen wie die Tagesschau berichten über die „Twitterrevolution“ im Iran, selbsternannte Qualitätszeitungen wie die Presse berufen sich auf die Informationen einzelner Twitterer („<a href="http://twitter.com/persiankiwi">persiankiwi</a>“) und der schon eingangs erwähnte SPIEGEL schreibt darüber, wie wichtig die Informationsverbreitung via Twitter ist, verpixelt aber den Usernamen des eh schon bekannten „<a href="http://twitter.com/persiankiwi">persiankiwi“</a>. (Von dem wir hoffen, dass seine Twitterabstinenz seit dem 24. Juni keine schlimmeren Gründe hat).</p>
<p>Doch auch wenn Twitter anscheinend die einzige Quelle ist, können wir den Iran nicht durch die Lektüre von „Twitter-News“ verstehen. Wir können, mit etwas Glück und gutem Englisch eine Ahnung davon bekommen, was in Teheran passiert.</p>
<p>Ich bin ja auch begeistert, dass zahlreiche europäische User ihre „Location“ auf „Teheran“ geändert haben. Meine letzte Hoffnung ist, dass dahinter die naive Motivation steckt, wirkliche Teheraner vor der Suche der Regimetreuen zu schützen.</p>
<p>Nächste Solidaritätsaktion: Das „Green Overlay“, jeder Twitterer hat ein Profilbild und kann dieses mit wenigen Mausklicks in grüne Farbe tauchen. Das sieht nicht gut aus, macht den zahlreichen Iranern die im Moment deren „Updates“ folgen aber sicher jede Menge Mut. Wie blöd diese simpelste Form des politischen Engagements ist, fällt schwer in Worte zu fassen. Vielleicht genügt eine kurze Erinnerung an „Free Tibet“, auch <a href="http://search.twitter.com/search?max_id=2346482914&amp;page=3&amp;q=freetibet">da zierte das Logo der Bewegung zahlreiche Twitteraccounts</a> und jetzt weiß schon kaum einer mehr, wo Tibet eigentlich liegt.  Geschweige denn, den Namen der Hauptstadt.</p>
<p>Wem der Vergleich nicht reicht, der stelle sich die Frage, wie groß der Aktionismus und die Solidarität ist, die über das einfärben des eigenen Konterfeis hinaus geht.</p>
<p>Wenn dann jemand twittert „<a href="http://twitter.com/schneeengel/status/2344121561">dolles ding: nach drei jahren hat jetz mein netzteil jetzt einen wackelkontakt</a>“, dann sind wir schon froh, dass zumindest beim Profilbild der Iraner gedacht wird, deren Land gerade von einem politische Wackelkontakt im Kopfe von Ajatollah Ali Chamenei und Mahmud Ahmadinedschad beschäftigt wird.</p>
<p>Ich lasse mir gern Tatenlosigkeit vorwerfen, aber ich gehe lieber mit einem unsolidarischen Profilbild durch die Welt und habe ob meiner Tatenlosigkeit ein schlechtes Gewissen, als mit dem grünen Heiligenschein über dem Gesicht zufrieden, dumm und glücklich zu sein.</p>
<blockquote><p>P.S. Das war, nun ja, kein Bericht mehr, aber ein WebWatch (oder WebWatsche) für das <a href="http://www.fazitmagazin.at/">FAZIT (Achtung: print!)</a>.</p>
<p>Das in der Webcommunity eh alle super sind is ja klar: &#8222;Jetzt endlich entfaltet sich die revolutionäre Kraft des Internet [...] Worüber jahrelang nur theorisiert wurde, ist in Iran Realität geworden&#8220; &#8211; Norbert Bolz. SPIEGEL Nr. 26 s. 116.</p>
<p>Schöne Revolution.</p></blockquote>
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